Schwangere angezündet

Mordfall Maria P. - die Chronik

Die schwangere Maria P. (19) wurde in Berlin von ihren Mördern gequält und angezündet. Jetzt wurden die Täter verurteilt. Eine Chronik.

Trauernde haben am Malchower See Kerzen für die getötete Maria angezündet

Trauernde haben am Malchower See Kerzen für die getötete Maria angezündet

Foto: dpa Picture-Alliance / Oliver Mehlis / picture alliance / dpa

22. Januar 2015: Die 19 Jahre alte, hochschwangere Maria P. wird von ihrem Ex-Freund Eren T. (20), von dem sie das Kind erwartet, und dessen Bekannten Daniel M. (20) in ein Waldstück im Berliner Ortsteil Adlershof gelockt. Dort wird sie von beiden mit einem Teleskopstock geschlagen, mit einem Messer in den Bauch gestochen, mit Benzin übergossen und angezündet. Die junge Frau und ihre ungeborene Tochter sterben qualvoll. Spaziergänger finden die Leiche.

23. Januar 2015: Nur einen Tag später führt die Spur zum Haupttäter Eren T. Dieser hatte sich selbst bei der Polizei gemeldet, weil er sich "Sorgen um seine Freundin" mache. Er wird festgenommen.

24. Januar 2015: T.'s Komplize Daniel M. wird festgenommen. Gegen beide wird Haftbefehl erlassen, sie kommen in Untersuchungshaft. Den beiden Männern wird gemeinschaftlicher Mord und Schwangerschaftsabbruch mit Todesfolge zur Last gelegt. Das Motiv: Maria P. weigerte sich abzutreiben. Eren T. habe daraufhin alles daran gesetzt, die Geburt des Kindes zu verhindern. Dabei soll er auch von seiner Familie unter Druck gesetzt worden sein. Als Komplizen gewinnt er seinen ehemaligen Mitschüler Daniel M. Eren T. ist bisher unauffällig, Daniel M. ist der Polizei bereits als gewaltbereit bekannt und vorbestraft. Beide belasten sich in den Vernehmungen gegenseitig.

26. Januar 2015: Eren T. gibt zu, der Vater des ungeborenen Kindes von Maria P. zu sein.

31. Januar 2015: Für Maria P. findet am Malchower See in Neu-Hohenschönhausen eine Gedenkfeier statt. Dort war die junge Frau aufgewachsen. Die Berliner Bevölkerung nimmt großen Anteil an dem Fall.

8. Oktober 1015: Der Prozess gegen die beiden wegen Mordes angeklagten Täter beginnt. Verhandelt wird vor einer Jugendstrafkammer. Die Staatsanwaltschaft fordert nach dem Jugendstrafrecht die Höchststrafe für Eren T. und Daniel M.: 15 Jahre Haft. Die Verteidigung fordert Freisprüche. Die beiden Männer schweigen während des gesamten Prozesses.

25. November 2015: Ein Brandsachverständiger legt im Prozess sein Gutachten vor. Er spricht von „unsäglichen Qualen“, die die hochschwangere 19-Jährige erlitten haben muss.

28. Januar 2016: Eine Brandexpertin des Bundeskriminalamtes (BKA) erklärt, Maria P. sei aus nächster Nähe angezündet worden.

11. Februar 2016: Eren T. und Daniel M. sind voll schuldfähig. Psychiatrische Gutachter geben vor Gericht an, dass sie keine Einschränkungen feststellen können.

15. Februar 2016: Die Staatsanwaltschaft beantragt jeweils 15 Jahre Haft für die beiden Angeklagten. Die Verteidiger hingegen fordern für ihre Mandanten Freisprüche. Die Angeklagten schweigen weiter.

19. Februar 2016: Das Landgericht Berlin verurteilt die beiden Männer zu jeweils 14 Jahren Haft. Eren T. handelte aus niedrigen Beweggründen, Daniel M. aus reiner Mordlust, begründete das Gericht die Entscheidung. Damit liegt das Urteil ein Jahr unter der geforderten Höchststrafe. Festgestellt wurde aber die besondere Schwere der Schuld.