Hickhack um Diensthund

Trennung von Hund und Polizist rührt Tausende

Ein erkrankter Polizist musste Diensthund Sam an einen Kollegen abgeben. Das rührte eine Tierfreundin. Sie startete eine Online-Petition.

Ein traurig blickender Polizeihund und die Geschichte seiner Trennung von seinem Herrchen rührt Tausende Menschen im Internet. Drei Jahre lang waren der Berliner Polizist Robert P. und sein Hund Sam ein Team im Dienst und Freunde nach Feierabend. Doch Kommissar P. erkrankte, ist längere Zeit nicht außendienstfähig. Das hat zur Folge, dass er Sam an einen Kollegen übergeben musste.

Unter dem Titel „Sam gehört zu seinem Herrchen“ rief die Tierfreundin Heike F. eine Online-Petition an Polizeipräsident Klaus Kandt ins Leben. Ihr Ziel: Das Tier soll zurück zu Robert P., weil beide einander brauchen. Rund 12.500 Unterstützer waren gerührt und unterzeichneten die Petition bis Donnerstagabend.

„In den vergangenen Tagen wurde ich auf einen Fall aufmerksam, der mich tief traurig machte. Sam und Herr P. haben drei Jahre jede Minute miteinander verbracht, egal ob zuhaus , mit der Familie, im Urlaub oder beim gemeinsamen Einsatz gegen das Verbrechen in der Hauptstadt“ schreibt die Initiatorin der Petition. Jetzt seien Herrchen und Hund getrennt und wir möchten, dass dieses rückgängig gemacht wird“, fordert die Frau. Sie war nach ihren Angaben durch ein Posting des Kommissars im Sozialen Netzwerk Facebook auf den Fall aufmerksam geworden.

Polizei wehrt sich gegen Kritik

Doch trotz aller Rührung und Bemühungen, Hund und Herrchen wieder zu vereinen, wird die Geschichte wohl kein gutes Ende finden können. Die Polizei beruft sich auf geltende Vorschriften. „In sozialen Medien wurde in den letzten Wochen viel über die Trennung des Diensthundes Sam von seinem früheren Diensthundführer diskutiert. Wir möchten die Hintergründe darlegen, die zu der Entscheidung geführt haben, dem Hund einen neuen Partner zu geben“, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Diensthunde würden in einer teuren Ausbildung trainiert, um dann in den Dienstalltag integriert zu werden. Bei vielen Anlässen seien diese Hunde wichtige und unverzichtbare Partner im Einsatz. Ein begründeter Austausch der Diensthunde zwischen Diensthundführer sei nichts Ungewöhnliches, schon oft praktiziert worden und hat sich bisher nicht nachteilig auf die Hunde ausgewirkt, heißt es.

Es sei wichtig, dass die Hunde nicht über einen längeren Zeitraum inaktiv sind, da dies zu Leistungsverlusten führen könne. Sam ist demnach an „einen Kollegen übergeben und in dessen Familie schnell und gut integriert. Am Verhalten des Hundes nach dem Wechsel ist zu erkennen: er fühlt sich wohl.“ Der Verkauf eines Diensthundes sei nur möglich, „wenn der Hund aus Alters- oder Gesundheitsgründen nicht mehr eingesetzt werden kann“.