Geständnis abgelegt

Betrüger plünderte Konten und kaufte bei Onlinehändlern ein

Vadims Z. gab zu, systematisch fremde Bankkonten geplündert zu haben. Die Hintermänner seiner Betrügerbande will er jedoch nicht kennen.

Die Internet-Kriminalität nimmt weiter zu (Symbolbild)

Die Internet-Kriminalität nimmt weiter zu (Symbolbild)

Foto: dpa

Seit mehreren Jahren schon treibt in Berlin und andernorts eine Bande von Computerbetrügern ihr Unwesen, deren Mitglieder so ziemlich jede Möglichkeit nutzen, die das Internet Kriminellen bietet. Die Spezialität der Bande: Fremde Bankkonten plündern sowie mit falschen Namen und manipulierten Kreditkartendaten bei Onlinehändlern hochwertige Waren bestellen, die niemals bezahlt werden. Nach langen und intensiven Ermittlungen hat die Polizei schließlich zwei Mitglieder dingfest gemacht, seit Mittwoch stehen sie in Moabit vor Gericht.

Onlinebestellungen nicht bezahlt und weiterverkauft

Der erste Verhandlungstag verlief so, wie viele Prozesse gegen einzelne, in der Hierarchie weit unten stehende Mitglieder straff organisierter Banden. Die Angeklagten gestehen das, was ohnehin nicht mehr zu leugnen ist. Ansonsten wissen sie von nichts. Auch der Angeklagte Vadims Z. (30) hatte es am Mittwoch eilig, ein Geständnis abzulegen. Er gestand sowohl die Plünderung fremder Konten ein wie auch die Bestellung von Waren, die nie bezahlt, dafür aber mit entsprechendem Gewinn weiterverkauft wurden.

34 Taten zwischen Juli 2012 und Januar 2014 legt die Anklage dem 30-Jährigen zur Last, der dadurch entstandene Schaden soll bei 45.000 Euro liegen. Viel ist das nicht, gemessen an dem, was in der Branche der Computerbetrüger üblicherweise „verdient“ wird. Aber Vadims Z. ist, wie es ein Ermittler beschrieb, eben auch nur „ein kleines Licht“ innerhalb einer Bande. Das wurde in der Verhandlung vor allem bei seinen Antworten auf die Fragen deutlich, die nicht nur die Richter sondern vor allem auch die Polizei interessieren. Die Zugangsdaten zu den fremden Konten habe er von Hintermännern der Bande erhalten, gab Z. an. Wer die sind, weiß er angeblich nicht, wie sie an die vertraulichen Kontodaten gelangen, auch nicht.

Angeklagte nur kleine Lichter in der Hierarchie

Mit Z. auf der Anklagebank sitzt Torsten P. (38). Der steht in der Bandenhierarchie noch weiter unten. seine Aufgabe war es laut Anklage, „Finanzagenten“ anzuwerben, Menschen, die gegen einen kleinen Obolus ihre Konten zur Verfügung stellen, um die ergaunerten Summen in Umlauf zu bringen. Das Urteil erfolgt am 24. Februar.