Hauptstadtfflughafen

Flughafenchef: BER-Terminal zu 61 Prozent

Flughafenchef Karsten Mühlenfeld sieht das Milliardenprojekt auf gutem Weg. Doch die Fragezeichen zur Airport-Eröffnung bleiben

Die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg (FBB) hat für den BER weitere Baufortschritte vermeldet. Demnach ist das Fluggastterminal, das wichtigste Einzelgebäude des neuen Airports in Schönefeld, „bei Planung und Bau“ inzwischen zu 61 Prozent fertiggestellt. Ende 2015 lag der Fertigstellungsgrad bei 56 Prozent. „Der Monat Dezember hätte besser sein können, doch im Januar und der ersten Februarhälfte sind die Arbeiten schneller vorangekommen“, schreibt Flughafenchef Karsten Mühlenfeld in einem am Mittwoch veröffentlichten Statusbericht.

Auch beim Brandschutz soll es vorangehen

Beim baulichen Brandschutz sind den Angaben zufolge 70 Prozent aller Mängel beseitigt, gleichfalls ein Plus von fünf Prozentpunkten gegenüber dem Jahresende 2015. Nicht so recht voran kommt indes der Umbau der über- und regelwidrig belegten Kabeltrassen. Der Sanierungsstand wird unverändert mit 99 Prozent angegeben. Überprüfbar sind die Zahlen nicht.

Bauarbeiten liegen mehrere Monate hinter dem Soll

Wie berichtet, hofft Flughafenchef Mühlenfeld, dass der neue Hauptstadtflughafen bis zum Sommer baulich fertiggestellt ist. In diesem Fall sei eine BER-Inbetriebnahme in der zweiten Jahreshälfte 2017 noch möglich. Allerdings sind die Arbeiten laut Mühlenfeld vier Monate in Verzug. Erst zu Wochenbeginn hatte die Flughafengesellschaft wichtige Unterlagen für einen Nachtrag zur Baugenehmigung bei den Behörden eingereicht. Der sogenannten 5. Nachtrag umfasst dabei alle genehmigungsrelevanten Planungen zum Umbau der Entrauchung. Deren fehlende Funktionsfähigkeit gilt als einer der Hauptgründe für die inzwischen vier Mal verschobene Inbetriebnahme des BER.

Ratingagentur stuft Berliner Flughäfen als sichere Geldanlage ein

Trotz der Probleme mit dem neuen Hauptstadtflughafen sieht Moody’s die FBB als vergleichsweise sichere Geldanlage. Die US-amerikanische Ratingagentur gibt dem staatlichen Unternehmen die Bewertung A1, die fünftbeste von 21 Stufen. Investoren, die dem Flughafen Geld leihen, gehen demnach ein geringes Risiko ein. Positiv ins Gewicht fällt, dass der Staat im Wesentlichen für die Schulden geradesteht und dass die Passagierzahlen in Tegel und Schönefeld wachsen. Belastend wirken die hohe Verschuldung und das schwache finanzielle Profil der Gesellschaft, die den Ländern Berlin und Brandenburg sowie dem Bund gehört.

Die FBB steht im Rating besser da als der privat betriebene Londoner Flughafen Heathrow, aber ebenso wie der Amsterdamer Flughafen Schiphol, der in öffentlicher Hand liegt. Die Betreiber des größten deutschen Airports in Frankfurt werden derzeit nicht von Agenturen bewertet. Moody’s ist eine der weltweit führenden Ratingagenturen.