Berlin

Lernwerkstätten in der Gartenstadt Atlantic als Vorbild

Hier lernen sie alle: Kitakinder, Schüler und Familien. In der Gartenstadt Atlantic in Gesundbrunnen, in den sanierten Häusern zwischen Behmstraße, Bellermannstraße und Heidebrinker Straße, haben sich Lernwerkstätten etabliert. Am Dienstag hat die Bundesbeauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Aydan Özoguz, das Quartier besucht. Sie setzte sich zu den Mädchen und Jungen, die in der Werkstatt Zauberhafte Physik mit Hilfe von Batterien Glühlämpchen zum Leuchten brachten. „Das haben wir früher auch gemacht“, sagte die Hamburgerin. Die Gruppe der Vorschulkinder war aus Reinickendorf gekommen. „Wir sind froh, wenn wir hier Termine bekommen“, sagte eine Erzieherin.

Im Klingenden Museum beantwortete die Staatsministerin Fragen von Siebtklässlern aus Wedding und sah zu, wie die Schüler die Wirkung von Klangschalen auf den Körper erprobten. In der Werkstatt Moderne Medien erzählte der Künstler Enkido Rankx, wie er mit Jugendlichen komponiert und Videoclips erstellt, die dann auf Youtube zu sehen sind. Er lese mit den Kindern ein Buch mit Geschichten über den Wald, berichtete der Schauspieler und Autor Tuncay Gary aus der Literaturwerkstatt. Und spielt den Kindern auch die Stimmen von Vögeln, Füchsen und anderen Waldtieren vor.

Die gemeinnützige Lichtburg-Stiftung ermöglicht die vielen Bildungsangebote. Jährlich besuchen rund 45.000 Berliner Kinder die Werkstätten in der Gartenstadt. Eine Mischung aus Kiezkultur und Hochkultur werde geboten und solle eine Ausstrahlung für die ganze Stadt haben, sagte Michael Wolffsohn, Vorsitzender der Lichtburg-Stiftung. Staatsministerin Özoguz sagte nach ihrem Rundgang, sie sei angetan. „Durch solche Angebote können sich Stadtviertel immer wieder regenerieren.“ Doch nicht jede private Initiative „hat so einen langen Atem wie Sie“, sagte die Bundesbeauftragte zu Rita und Michael Wolffsohn. „Hier steckt nicht nur eine kurze Begeisterung, sondern ein echter Wille dahinter, das Quartier voranzubringen.“ Der Ansatz der vernetzten Lernwerkstätten in der Gartenstadt könne Vorbild für die neuen Wohnquartiere sein, die für Flüchtlingsfamilien in Berlin gebaut werden, so Özoguz. „Hier sieht man, wie es gelingen kann.“

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