Gericht entscheidet

Berliner verliert Streit um Flug ins All an Magdeburgerin

Ein Berliner hatte den Flug an eine Bekannte aus Magdeburg für einen Mercedes abgetreten, wollte aber später mehr als das Auto.

Die Kfz-Meisterin Heike Düsterhöft darf abheben – wann auch immer. Das stellte jetzt das Oberlandesgericht Naumburg fest

Die Kfz-Meisterin Heike Düsterhöft darf abheben – wann auch immer. Das stellte jetzt das Oberlandesgericht Naumburg fest

Foto: Jens Wolf / dpa

Es ist das Ende eines kuriosen Rechtsstreits: Kfz-Meisterin Heike Düsterhöft aus Magdeburg darf nun endgültig einen Flug in den Weltraum machen, während ein Berliner Gebrauchtwagenhändler das Nachsehen hat. Das Oberlandesgericht in Naumburg bestätigte eine Entscheidung des Landgerichts Magdeburg, wonach der Kurztrip in rund 100 Kilometer Höhe definitiv der 52-Jährigen zusteht. Das Gericht wies die Berufung des Gebrauchtwagenhändlers zurück, hieß es in einer am Dienstag in Naumburg veröffentlichten Entscheidung.

Damit endet eine mehr als zwei Jahre lange Auseinandersetzung. Den Trip ins All musste sich Düsterhöft hart erkämpfen. Ursprünglich hatte der Berliner den Gutschein für den Flug bei einer Fast-Food-Kette gewonnen, hatte daran selbst aber offenbar kein Interesse. Er bot ihn seiner Bekannten Düsterhöft an, diese ließ sich nicht lange bitten.

Flug in den Weltraum hat Gegenwert von 80.000 Euro

Die Gegenleistung: ein gebrauchter Mercedes im Wert von 25.000 Euro. Als der Mann später herausfand, dass der Flug einen Gegenwert von knapp 80.000 Euro hat, forderte er den Gewinncoupon zurück. Seiner Aussage nach hatte Düsterhöft das Tauschgeschäft nicht vollständig erfüllt. So seien mehrere Wagen und Alufelgen vereinbart worden. Der Versuch einer Einigung schlug fehl.

Doch dass mehr als der sieben Jahre alte Mercedes als Gegenleistung ausgemacht waren, konnte das Landgericht Magdeburg nicht feststellen. Das Oberlandesgericht als nächsthöhere Instanz bestätigte nun das Urteil.

Bis zum Start wird Düsterhöft „wohl Oma sein“

Wie die „Magdeburger Volksstimme“ berichtet, ist derzeit aber noch unklar, wann Düsterhöft ihre Reise antreten kann. Der private Veranstalter hat das Startdatum erneut verschoben, auf 2018 oder 2019. Größte Schwierigkeit seien die noch zu klärenden Sicherheitsfragen. „Wer weiß, wie lange das noch dauert. Bis dahin werde ich wohl Oma sein“, sagt Düsterhöft, die den Flug aber auch noch mit 70 Jahren antreten würde.

Wenn es so weit ist, soll die ehemalige Lokführerin mit 3,4-facher Schallgeschwindigkeit auf eine Höhe von 100 Kilometer gebracht werden. Im August nahm sie bereits zum zweiten Mal an einem Training im Kosmonauten-Trainingszentrum „Juri Gagarin“ in Moskau teil. Dazu gehörten auch mehrere Parabelflüge, bei denen Schwerelosigkeit simuliert wird. „Das war brutal, was man da seinem Körper zugemutet hat. Das war Folter“, erinnert sich Düsterhöft. Ihr persönlicher Höhepunkt sei ein Treffen mit dem ehemaligen Mir-Kosmonauten Sergei Saljotin gewesen: „Er ist kein abgehobener Mensch. Wir haben interessante Gespräche geführt und natürlich auch einen gehoben.“