Berlinale

„Paula“ rührt Manfred Krug zu Tränen

Zu Tränen gerührt nahm Manfred Krug in Charlottenburg die Auszeichnung „Paula!" für sein Lebenswerk entgegen.

Manfred Krug bekommt die „Paula“ verliehen. Neben ihm der Regierende Bürgermeister Michael Müller und seiner Frau Ottilie

Manfred Krug bekommt die „Paula“ verliehen. Neben ihm der Regierende Bürgermeister Michael Müller und seiner Frau Ottilie

Foto: Jörg Krauthöfer

Die Tränen konnte Manfred Krug dann doch nicht mehr zurückhalten. Gerührt nahm der Schauspieler und Jazz-Sänger am Sonntagmittag eine „Paula“ für sein Lebenswerk entgegen. Die Verleihung hat im Ludwig-Erhard-Haus an der Fasanenstraße stattgefunden. Die Indus­trie- und Handelskammer (IHK) Berlin hatte den Preis gestiftet, eine Frauen-Bronzestatue. „Ich fühle mich sehr, sehr geehrt“, sagte Krug, der vor einer Woche 79 Jahre alt geworden ist, in seiner kurzen Dankesrede.

Und doch schien es nicht nur der Preis, sondern vielmehr die Laudatio zu sein, die ihn so rührte. Zuvor hatte Berlins Regierender Bürgermeister, Michael Müller, seine Leistung als Schauspieler, sein berufliches Schicksal und seinen Charakter gewürdigt und dafür leidenschaftliche, bewundernde und herzliche Worte gewählt. Er erzählte, wie Krug den Schikanen des SED-Regimes der DDR widerstand, wo er rund 40 Filme gedreht hatte, wie sein Film „Spur der Steine“ nach wenigen Tagen im Kino von der SED verboten wurde, „eines der Meisterwerke des deutschen Kinos“, wie Müller sagte. In den Westen zu gehen sei ihm nicht leichtgefallen. „Diese Haltung, die Sie verkörpert haben, lieber Herr Krug, hat mir sehr imponiert.“ Später habe er Robert Liebling in der Erfolgsserie „Liebling Kreuzberg“ so gespielt, dass es bis heute ein Fernsehereignis sei. „Sie sind ein gesamtdeutscher Star geworden, einer, mit dem sich die Menschen gerne identifizieren.“

Manfred Krug reagierte mit zu Beginn leicht heiserer Stimme. „Eine solche Laudatio habe ich noch nie – jedenfalls nicht über mich – gehört“, sagte er. „Wenn ich jetzt nicht glücklich und zufrieden bin, dann wäre mir wirklich nicht zu helfen.“ Der Schauspieler hatte seine Frau Ottilie mitgebracht. Berlinale-Chef Dieter Kosslick gratulierte in einer Videobotschaft, gespickt mit gemeinsamen Anekdoten. „Egal, welche Figur Sie verkörpern, Sie bleiben Sie selbst“, sagte er. „Das gelang eigentlich nur Humphrey Bogart, Spencer Tracy und Jean Gabin.“