Supermärkte

Kaiser’s schließt im Februar sieben Filialen in Berlin

Noch vor der Übernahme durch Edeka müssen in Berlin Filialen schließen. Dies sei „Tagesgeschäft“ heißt es aus der Zentrale.

Eine Kaiser’s-Filiale in Prenzlauer Berg - dieses ist nicht von der Schließung betroffen

Eine Kaiser’s-Filiale in Prenzlauer Berg - dieses ist nicht von der Schließung betroffen

Foto: Amin Akhtar

Sieben Berliner Filialen der Supermarktkette Kaiser’s werden noch in diesem Monat schließen. Wie die „Berliner Zeitung“ berichtet, handelt es sich dabei unter anderem um drei Filialen in Spandau (Flankenschanze, Am Forstacker, Streitstraße), um den Supermarkt an der Blankenburger Straße in Pankow, die Filiale in der Rudower Straße in Neukölln und um die Filiale in Falkensee in der Adlerstraße,. Der Standort der siebten zu schließenden Filiale in Berlin ist aber offenbar noch nicht bekannt.

Eine Tengelmann-Sprecherin der Unternehmenszentrale in Mülheim an der Ruhr bestätigte die Schließung von sieben Kaiser’s-Filialen im Februar in Berlin. „Das gehört zum Tagesgeschäft“, sagte sie der Berliner Morgenpost. Den Angaben zufolge laufen die Mietverträge aus. Vor der möglichen Übernahme durch Edeka wolle das Unternehmen keine neuen Mietverträge abschließen. Gleichzeitig verwies sie darauf, dass im vergangenen Jahr in Berlin acht Filialen neu eröffnet worden seien. Der Saldo sei also positiv. Mitarbeiter seien von den Schließungen nicht betroffen, sage die Sprecherin. „Alle Angestellten haben Angebote erhalten.“

Die meisten Arbeitsplätze müssen erhalten werden

In Berlin gibt es derzeit insgesamt 133 Kaiser’s-Filialen. Mitte Januar hatte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) die Übernahme der bundesweit insgesamt 451 Märkte durch den deutschen Marktführer Edeka (15.000 Märkte) erlaubt – allerdings unter Auflagen.

So müssen 97 Prozent der 16.000 Beschäftigten von Kaiser’s-Tengelmann weiterbeschäftigt werden. Edeka soll mit der Gewerkschaft Verdi zudem tarifvertraglich regeln, dass fünf Jahre lang nur in Ausnahmefällen Filialen an selbstständige Einzelhändler abgegeben werden. Tariflich sichergestellt werden soll auch, dass nach der Übergabe einer Filiale an einen Einzelhändler niemand betriebsbedingt gekündigt werden darf.

„Unsere Stellungnahmen zu diesen Plänen liegen dem Ministerium vor“, sagte die Tengelmann-Sprecherin. Grundsätzlich werde das Votum des Wirtschaftsministers begrüßt. Zu Inhalten der Stellungnahmen wollte sie keine Angaben machen.

Das Bundeskartellamt hatte das Geschäft zuvor noch untersagt, weil dadurch Edekas Marktmacht vor allem in Nordrhein-Westfalen, Berlin und München noch größer würde. Gabriel argumentierte, er genehmige das Geschäft, weil ein Gemeinwohlgrund schwerer wiegen könne als wettbewerbliche Gründe. In diesem Fall gehe es darum, 16.000 Arbeitsplätze zu erhalten.