Medizin

Erster Fall von Zika-Infektion in Berlin registriert

In Berlin gibt es einen ersten bestätigten Fall einer Infektion mit dem Zika-Virus. Die Krankheit ist bei Schwangeren gefürchtet, weil sie schwere Fehlbildungen beim ungeborenen Baby verursachen kann. Die Kinder haben einen viel zu kleinen Kopf. Bei dem Infizierten in Berlin handelt es sich um einen Mann, der sich drei Wochen in Port-au-Prince, der Hauptstadt des Karibikstaates Haiti, aufgehalten hat und dort erkrankte.

Der 31-Jährige hat sich nach seiner Rückkehr in Neukölln in Behandlung begeben. Auf Haiti habe er unter einem Hautausschlag gelitten, nicht jedoch unter Fieber, berichtet das Gesundheitsamt Neukölln. Er sei nicht mehr akut erkrankt, eine Blutanalyse beim Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin habe aber ergeben, dass er mit den Viren infiziert worden sei. Ob der Mann jetzt noch Viren übertragen kann, ist nicht ganz sicher. Eine Untersuchung auf Genmaterial des Virus in seinem Blut verlief allerdings negativ, damit ist es sehr unwahrscheinlich, dass er noch weitere Menschen anstecken kann.

Eine Übertragung durch Geschlechtsverkehr ist möglich

Der Erreger verbreitet sich derzeit stark in tropischen und subtropischen Regionen Mittel- und Südamerikas, beispielsweise in Brasilien. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat deshalb den Notfall ausgerufen.

Gelegentlich infizieren sich auch europäische Reisende, die das Virus dann mitbringen. Eine Übertragung von ihnen auf andere Menschen in Deutschland ist möglich, aber wenig wahrscheinlich. Am ehesten kann das Virus über Blut und andere Körperflüssigkeiten weitergegeben werden, also vor allem durch Geschlechtsverkehr. Der gängige Weg der Übertragung – über Stechmücken – ist in der Region Berlin und Brandenburg nicht möglich. Die infrage kommenden Mücken gibt es hier nicht.