Virus-Erkrankung

Erster Fall von Zika-Infektion in Berlin bestätigt

Ein Berliner hat sich auf Haiti mit Zika angesteckt. Der 31-Jährige ist ohne Symptome, eine Ausbreitung ist sehr unwahrscheinlich.

Der Erkrankte in Berlin hat sich auf Haiti vermutlich über solche Gelbfiebermücken infiziert. In Deutschland gibt es diese Überträger aber nicht.

Der Erkrankte in Berlin hat sich auf Haiti vermutlich über solche Gelbfiebermücken infiziert. In Deutschland gibt es diese Überträger aber nicht.

Foto: Boris Roessler / dpa

In Berlin gibt es einen ersten bestätigten Fall einer Infektion mit dem Zikavirus. Die Krankheit ist bei Schwangeren gefürchtet, weil sie schwere Fehlbildungen beim ungeborenen Baby verursachen kann. Bei dem Infizierten in Berlin handelt es sich um einen Mann, der sich in Port-au-Prince auf der Karibikinsel Haiti aufgehalten hat und dort erkrankte. Der 31-Jährige hat sich nach seiner Rückkehr in Neukölln in Behandlung begeben.

Er sei nicht mehr akut erkrankt, berichtet das Gesundheitsamt Neukölln. Eine Blutanalyse beim Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin habe aber ergeben, dass er infiziert worden sei. Ob er noch Viren übertragen kann, ist nicht ganz klar, eine Untersuchung auf genetisches Material des Virus in seinem Blut verlief aber negativ. Damit es sehr unwahrscheinlich, dass er noch weitere Menschen infizieren kann.

Übertragung durch Geschlechtsverkehr ist möglich

Der Erreger verbreitet sich derzeit stark in tropischen und subtropischen Regionen Mittel- und Südamerikas. Gelegentlich infizieren sich auch europäische Reisende, die das Virus dann mitbringen.

Eine Übertragung von ihnen auf andere Menschen in Deutschland ist möglich, aber wenig wahrscheinlich. Am ehesten kann das Virus über Blut und andere Körperflüssigkeiten weitergegeben werden, also vor allem durch Geschlechtsverkehr. Der gängige Weg der Übertragung – über Stechmücken – ist in der Region Berlin kaum möglich. Die infrage kommenden Mücken gibt es hier nicht.