Statistik

800.000 Fahrgäste von BVG und S-Bahn werden ab heute befragt

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg befragt die Fahrgäste. Die Ergebnisse helfen bei der Beruteilung des Bedarfs und der Verteilung der Erlöse

Ob Verspätungen, verpasste Anschlüsse oder dreckige Wagen: Wer täglich in Berlin mit Bus und Bahn unterwegs ist, hat so manches zu erzählen. Nun gibt es die Gelegenheit, Lob und Tadel an BVG, S-Bahn oder Regionalverkehr auch loszuwerden. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) startet am heutigen Montag eine große Fahrgastumfrage. Bis Mitte Juli sollen rund 800.000 Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel in Berlin und Brandenburg befragt werden. Die Teilnahme an der Umfrage ist freiwillig.

Die Mitarbeiter weisen sich den Fahrgästen gegenüber aus. Sie bitten die Teilnehmer darum, ihren Fahrausweis vorzuzeigen sowie Angaben zur Tarifstufe, zum Fahrweg und zum Fahrtziel zu machen. Bei den neuen VBB-fahrCards – dem Abo-Ticket im Scheckkartenformat – werden die Informationen elektronisch ausgelesen. Die Auswertung der Daten erfolgt anonym, sie lasse keine Rückschlüsse auf den jeweiligen Fahrgast zu, so eine Sprecherin. Die VBB-Mitarbeiter seien keine Fahrkartenkontrolleure und dürfen auch kein „erhöhte Beförderungsgeld“ von 60 Euro verlangen, dass beim Fahren ohne gültiges Ticket fällig wird.

Streit um eine Milliarde Euro Einnahmen

Mit der Umfrage will der VBB auch Hinweise erhalten, wie das Verkehrsangebot besser an den Bedarf angepasst werden kann. Im gesamten Verbundgebiet sind täglich rund 3,7 Millionen Menschen auf über 1000 Linien unterwegs. Die Umfrage dient laut VBB auch als Grundlage für die Aufteilung der Fahrgeldeinnahmen unter den insgesamt 43 am Verkehrsverbund beteiligten Verkehrsunternehmen.

Dabei geht es immerhin um Erlöse von mehr als einer Milliarde Euro im Jahr. Zuletzt hatte es wiederholt Streit um die Einnahmeaufteilung gegeben. Insbesondere die BVG, die mit täglich rund 2,7 Millionen das Gros der Fahrgäste in Berlin transportiert, forderte einen größeren Anteil für sich.