Brennende Autos

"Volksfahrräderkommando" bekennt sich zu Randalen in Berlin

Am Mittag veröffentlichten linke Gruppen ein Bekennerschreiben im Internet. Offenbar waren weitere Krawalle in Köpenick geplant.

Gleisdreieck - Unbekannte demolieren Autos und Geschäfte

Gleisdreieck - Unbekannte demolieren Autos und Geschäfte

Foto: Steffen Pletl

Nach den Randalen am Gleisdreieck in der Nacht zu Sonnabend wurde am Mittag ein Bekennerschreiben veröffentlicht. Auf einer linksgerichteten Plattform im Internet hieß es, ein "sozialdemokratisches Volksfahrräderkommando" habe die Flottwellstrasse besucht und dort "Luxuskarren entglast und warm verschrottet".

Konkret nehmen die Bekenner Bezug auf die SPD und bezeichnen sich selbst als Sozialdemokraten. Die SPD müsse "endlich den Klassenkampf wieder auf die Straße tragen", fordern sie. "Die Schuld wollten wir den Linksextremisten in die Schuhe schieben, aber das wäre nicht ehrenhaft und so übernehmen wir dafür die Verantwortung." Weitere Aktionen sollten folgen, wie es in dem Schreiben weiter heißt. Ursprünglich sei eine weitere Aktion in Köpenick vorgesehen gewesen.

Zudem nennen die Bekenner auch den Innenexperten der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Tom Schreiber. Man wolle "die Stimmung anzuheizen, damit der Volksgenosse Tom Schreiber was zum Hetzen hat". Schreiber wird von der linksextremen Szene seit Wochen bedroht. Immer wieder gab es Anschläge auf sein Wahlkreisbüro in Köpenick.

Schreiber hatte bereits im Vorfeld vermutet, dass ein Zusammenhang zwischen den Randalen und der angekündigten Demonstration linker und linksradikaler Gruppen in Friedrichshain an diesem Sonnabend gebe.

Er habe am Sonnabend mit Betroffenen aus der Flottwellstraße gesprochen. So habe eine Anwohnerin berichtet, dass das Verdeck ihres Cabrios aufgeschlitzt und ein Brandsatz hineingeworfen wurde. Dieser Tathergang deute "klar auf die linksextreme Szene aus der Rigaer Straße hin", sagte Schreiber. "Die Devise scheint zu sein, so viel Schaden wie möglich anzurichten." Schreiber warnte davor, dass sich die Randale in der Nacht zu Sonntag fortsetzen könnten.

SPD-Chef Jan Stöß reagierte "erschüttert" auf die Gewalttaten: "Ich bin erschüttert, ein ganzer Straßenzug wurde verwüstet. Die Menschen in der Flottwellstraße haben einen Anspruch darauf, dass dem mit aller Entschiedenheit nachgegangen wird und die Gewalttäter dingfest gemacht werden."

"Das dümmliche Bekennerschreiben offenbart eine kindische Weltsicht und macht sich auch noch über die Opfer lustig. Dass die Täter es offenbar witzig finden, sich als Sozialdemokraten auszugeben, macht den ganzen Irrsinn dieser Taten deutlich."

>>> Reportage aus der Rigaer Straße: Willkommen im Gefahrengebiet <<<

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