Islamfeindliches Bündnis

Pogida wirbt mit Sanssouci-Foto - Schlösserstiftung wütend

Pogida wirbt mit einer Ansicht der Südseite von Sanssouci für seinen "Abendspaziergang" durch Potsdam. Die Schlösser-Stiftung wehrt sich.

Mit diesem Motiv wirbt Pogida für seine islamfeindliche Demonstration

Mit diesem Motiv wirbt Pogida für seine islamfeindliche Demonstration

Foto: Screenshot Facebook / BM

„Sans souci“ - zu Deutsch "ohne Sorge" - taufte Friedrich der Große seine Sommerresidenz, die er zwischen 1745 und 1947 im Rokoko-Stil errichten ließ. Heute ist Sanssouci das wohl bekannteste Hohenzollern-Schloss und lockt jedes Jahr Hunderttausende Besucher nach Potsdam.

Mit großer Sorge beobachtet die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg nun den Missbrauch des weltbekannten Bauwerks durch das islamfeindliche Pogida-Bündnis. Auf der Facebook-Seite prangt ein Foto, das die Südseite des Schlosses mit den Weinbergterrassen zeigt. Das Schloss selbst wird durch die dicken Pogida-Lettern in Schwarz-Rot-Gold fast vollständig verdeckt. Am unteren Bildrand rufen die Organisatoren zum sogenannten „Abendspaziergang“ auf, bei dem es in den vergangenen Wochen immer wieder zu Ausschreitungen kam.

Frank Kallensee, Pressesprecher der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten, erfuhr am Dienstagmorgen durch einen Kollegen vom Missbrauch von Sanssouci durch Pogida. „Das ist einfach unerträglich“, so Kallensee zur Berliner Morgenpost. Das Hochladen des Fotos sei ein klarer Verstoß gegen die Fotorichtlinien der Stiftung. Diese sei darüber hinaus zu politischer Neutralität verpflichtet. „Parteienwerbung findet nicht statt“, so Kallensee kurz und bündig.

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Den Fall leitete Kallensee umgehend an das Dokumentations- und Informationszentrum weiter. Nach einer juristischen Prüfung soll Pogida-Organisator Christian Müller umgehend ein Unterlassungsschreiben zugehen.