Burger

Ärger bei Hans im Glück - Filialen in Berlin schließen

Ein Streit um das richtige Franchise-Konzept entzweit die Partner der Burger-Kette Hans im Glück. Drei Berliner Grills machen zu.

Wird geschlossen: Der Burger-Grill Hans im Glück an der Friedrichstraße 101

Wird geschlossen: Der Burger-Grill Hans im Glück an der Friedrichstraße 101

Foto: Sergej Glanze / Glanze

Ende März ist Schluss mit Hans im Glück. Jedenfalls in Berlin, Hamburg und anderen norddeutschen Städten. Grund ist ein Streit zwischen Patrick Junge, dem Betreiber der zwölf Burger-Läden, und Thomas Hirschberger, dem Erfinder der Grill-Kette Hans im Glück in München.

Drei Restaurants in Berlin schließen

Drei Niederlassungen von Hans im Glück in Berlin sind betroffen: am S-Bahnhof Friedrichstraße in Mitte, im alten Steglitzer Rathaus an der Schloßstraße 34 und in Mitte an der Invalidenstraße 53. Am 1. April sollen die drei Läden geschlossen und umgebaut werden. Das markante Interieur aus Birkenstämmen, das den Gästen Natürlichkeit, Unbeschwertheit und ein Gefühl der Entspannung vermitteln soll, wird verschwinden. Später sollen die Lokale mit neuem Namen und neuem Konzept wieder öffnen.

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„Wir werden unseren Gästen auch im neuen Jahr neben anderen Speisen hochwertige Burger und erstklassige Cocktails anbieten“, erklärt Patrick Junge, der Geschäftsführer der Lübecker Paniceus Gastro Systemzentrale, von der die zwölf Lokale betrieben werden. Er betont, dass der Betrieb unter altem Namen bis Anfang März 2016 fortgeführt werde, und versichert, dass alle Arbeitsplätze erhalten bleiben, Verträge mit Lieferanten und Vermietern erfüllt werden.

Streit um Alleingänge

Wer den Streit angefangen hat, ist unklar. Beide Parteien geben sich gegenseitig die Schuld. Nach Darstellung von Paniceus hat das Lübecker Unternehmen die Verträge gekündigt. Hans im Glück lässt dagegen mitteilen, das Münchner Unternehmen habe als erstes gekündigt.

Auch um was es in dem Streit zwischen Franchisenehmer und Franchisegeber genau geht, ist unklar. Junges Unternehmen Paniceus spricht von „ernsthafter und endgültiger Erfüllungsverweigerung des Franchise-Gebers“. Hans im Glück nennt Verstöße des Franchise-Nehmers gegen „verpflichtende Systemvorgaben und Spielregeln“. Junge soll Alleingänge unternommen haben, was als eine Art Todsünde im Franchise-Geschäft gilt. „Wer sich nicht an diese Vorgaben hält, ist fehl am Platz und gefährdet den Erfolg“, teilt Hirschberger mit.

Neue Burger-Marke entsteht

Junge will nach der Trennung sein eigenes Ding machen: „Unsere Gäste können sich auf eine reichhaltige Karte mit vielen kreativen Burger-Kreationen in absoluter Spitzenqualität freuen“, kündigt er an. Er wolle ein noch größeres Augenmerk auf die Qualität der Produkte legen. Ferner will er das Imperium ausbauen. 2016 sollen fünf weitere Standorte eröffnet werden. „Wir wollen zunächst unser Angebot im Norden verdichten, haben aber durchaus auch eine Expansion in erstklassige Lagen im ganzen Bundesgebiet im Auge“, sagt der Geschäftsführer.

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Umgekehrt will Hans im Glück das norddeutsche Burgergeschäft nicht der Paniceus-Gruppe überlassen. Man werde die Expansion deutschlandweit, auch in Norddeutschland, vorantreiben“. Es lägen bereits einige Anfragen vor.

120 Jahre Kaufmanns-Tradition

Junge sieht sich in der 120-jährigen hanseatische Kaufmanns-Tradition seiner Familie. Annähernd zehn Jahre lang als geschäftsführender Gesellschafter der in Norddeutschland verbreiteten „Konditorei Junge“ mit rund 170 Filialen entscheidend mitgeprägt hat. Wie es in Medienberichten heißt, soll er seine Anteile nach Streit ums Unternehmenskonzept verkauft haben.

Hans im Glück galt als Insider-Tipp der Burger-Szene. In Hamburg sollen Gäste 40 Minuten lang Schlange gestanden haben, um einen Sitzplatz im Hipster-Lokal auf St. Georg zu ergattern. Hans im Glück ist wegen seiner Auswahl an veganen und vegetarischen Burger bekannt.

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