City West

Totschlag: Rasern vom Tauentzien drohen fünf Jahre Haft

Nach dem illegalen Autorennen am Tauentzien wird geprüft, ob bei den Fahrern der Unfallautos ein bedingter Tötungsvorsatz vorlag.

Im Fall des tödlichen Autorennens am Tauentzien in der Berliner City West ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Totschlags. Geprüft werde, ob bei den Fahrern der Unfallautos ein bedingter Tötungsvorsatz vorlag, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Mittwoch.

Der juristische Vorwurf wäre dann Totschlag und nicht nur fahrlässige Tötung. Zudem geht es um den Vorwurf der Gefährdung des Straßenverkehrs. Die Ermittlungen gegen die 26 und 24 Jahre alten Männer werden laut Steltner im Bereich der organisierten Kriminalität geführt.

Mindeststrafe für Totschlag liegt bei fünf Jahren Gefängnis

Angesichts der hohen Geschwindigkeiten der beiden Autos und der in der Nacht stark genutzten Tauentzienstraße hätten die Täter einen Unfall und die Tötung eines Menschen möglicherweise hingenommen, hieß es. Für Totschlag liegt die Strafe bei mindestens fünf Jahren Gefängnis. Der Strafrahmen für fahrlässige Tötung bewegt sich zwischen Geldstrafen, Bewährungsstrafen und Gefängnis bis zu fünf Jahren. Zudem geht es um den Vorwurf der Gefährdung des Straßenverkehrs.

Einer der beiden Raser hatte bei dem illegalen Autorennen in der Nacht zu Montag ein drittes unbeteilgtes Auto gerammt. Dessen 69 Jahre alter Fahrer starb noch am Unglücksort. Die beiden Raser hatten nach dem Unfall noch selbst aus ihren Fahrzeugen aussteigen können. Einer von ihnen hat nach Angaben eines Polizeisprechers am Dienstag das Krankenhaus bereits wieder verlassen.

Gutachter klären Geschwindigkeit der Unfallfahrzeuge

Gutachter klären nun, wie schnell die beiden Männer mit ihren Fahrzeugen, ein Mercedes AMG und ein Audi A6, wirklich unterwegs waren. Der Tacho eines der beiden Wagen war offenbar bei 200 Stundenkilometern stehengeblieben. Unklar ist noch, ob das wirklich die Geschwindigkeit war, oder der Tachometer beim Aufprall verstellt wurde. Beide Fahrzeuge waren jeweils auf die Fahrer zugelassen. Zudem befragt die Polizei mehrere Zeugen. „Wir müssen vor allem prüfen, ob ihre Aussagen schlüssig sind“, sagt der Polizeisprecher.

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Nach Angaben eines Polizeisprechers werden auch Aussagen von Zeugen geprüft, wonach die beiden Raser sich mit ihren Fahrzeugen bereits vor dem Unfall in anderen Straßenzügen ein Wettrennen geliefert haben sollen. Wo genau und welche Fahrtstrecke sie genommen haben konnte der Polizeisprecher noch nicht definitiv sagen. „Das ist Gegenstand der derzeitigen Ermittlungen und Überprüfungen.“

Innensenator Frank Henkel forderte harte Strafen für die beiden. Zudem müsse man über eine PS-Obergrenze für Fahranfänger nachdenken. Einer der Männer hatte seinen Führerschein demnach erst seit 2014.

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