Berlin-Wilmersdorf

Kekse mit Leberwurst - Eine Bäckerei für Hunde

Dagmar Liepe führt in Wilmersdorf ein Delikatessengeschäft für Vierbeiner. Sie erzählt, wie sie auf die erfolgreiche Geschäftsidee kam.

2003 öffnete Dagmar Liepe ihren Laden „Ally & Dotty“ in Wilmersdorf. Ihre Plätzchen gibt es in zwölf verschiedenen Sortene

2003 öffnete Dagmar Liepe ihren Laden „Ally & Dotty“ in Wilmersdorf. Ihre Plätzchen gibt es in zwölf verschiedenen Sortene

Foto: Anca Specht

Während eines Urlaubs in der Schweiz war Dagmar Liepe auf ihrer Hütte eingeregnet. Die Straßen waren dicht, das Essen knapp. Ihre Vormieter hatten ein paar Vorräte hinterlassen wie Eier, Kräuter und Mehl. Daraus hat sie Plätzchen gebacken.

Während die im Ofen waren, machten ihre Hunde „lange Nasen“, sagt Liepe. Also teilte sie die Plätzchen mit ihren Vierbeinern. Eine Freundin riet ihr später: Back doch Kekse für Hunde! Und das hat Dagmar Liepe dann auch getan.

2003 öffnete sie ihren Laden „Ally & Dotty“ an der Pariser Straße 5 in Wilmersdorf. Ihre Plätzchen gibt es in zwölf verschiedenen Sorten, besonders beliebt sind die mit Leberwurst. Aber es gibt auch vegetarische und sogar vegane Plätzchen, zum Beispiel mit Kürbis.

Plätzchen und Accessoires für die Vierbeiner

100 Gramm kosten 4,95 Euro. Für ihre Backwaren hat Liepe sogar eine EU-Lizenz. Und: Die Plätzchen enthalten nur Biofleisch und können auch von Menschen gegessen werden. „Allerdings sind sie sehr hart, damit auch beim Hund gleich die Zähne gepflegt werden. Wer allerdings feste Zähne und Kronen hat, kann die Plätzchen gern probieren”, so Liepe.

Außer den Plätzchen gibt es auch Ac­ces­soires für die Vierbeiner. Halsbänder mit Nieten oder Edelsteinen besetzt, werden in Hamburg als Unikate angefertigt und hier im Laden verkauft.

Liepe legt Wert darauf, dass ihr Sortiment individuelle Stücke enthält. „Im Katalog bestellen kann jeder”, sagt sie. Deshalb bringe sie auch viele Sachen von Auslandsreisen mit.

Vom Promi bis zur Rentnerin

In Liepes Laden werden Hunde auch gewaschen und bekommen ihr Fell geschnitten. Das macht die gelernte Friseuse aber nicht selbst, sondern eine Hundefriseurin, die schon seit 30 Jahren Hunde trimmt. Sie scherzt: „Bei mir sähe das zwar kreativ aus, aber nicht rassetypisch. Zwischen Mensch und Hund gibt’s dann doch noch Unterschiede.“

Die Arbeit mit den Vierbeinern gefällt ihr, weil sie so vielseitig ist. „Es kommen ganz unterschiedliche Menschen mit ihren Hunden, vom Promi bis zur Rentnerin”, sagt sie.

Zu besonderen Anlässen wie Geburtstagen macht sie auch Kuchen für Hunde – aus Basmatireis, Fleisch, Karotten und Spinat, außen ummantelt mit Kartoffelpüree. Verziert wird das Kunstwerk mit Plätzchen in Hunde- oder Knochenform. Nur einen „Nachteil“ haben Liepes Leckereien, sie halten nicht lange. Warum? Liepe sagt: „Sie werden zu schnell gegessen.“