Jim Reeves

Sqeezer-Sänger Jim Reeves wurde offenbar erschlagen

Der gebürtige Kölner Jim Reeves wurde tot in einem Charlottenburger Hostel gefunden. Die Hintergründe sind unklar.

Bei dem Toten soll es sich um den Musiker Jim Reeves (r.) handeln

Bei dem Toten soll es sich um den Musiker Jim Reeves (r.) handeln

Foto: imago stock&people / imago/Ralf Müller

Ein am Montagmorgen tot in einem Hostel am Stuttgarter Platz entdeckter 47 Jahre alter Mann ist einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen. Das hat die Obduktion durch Gerichtsmediziner bestätigt. Der Mann ist nach Polizeiangaben von Dienstag „stumpfer Gewalt” ausgesetzt gewesen, wurde also vermutlich erschlagen. Nähere Einzelheiten wollte die Polizei aufgrund der laufenden Untersuchungen durch Ermittler der Mordkommission nicht nennen.

Nach Trauerbekundungen im Internet handelt es sich bei dem Toten um den Sqeezer-Sänger und früheren Moderator Jim Reeves. Auf der Facebook-Seite seiner Band Sqeezer hieß es als „offizielles Statement“: „Wir bedanken uns zunächst für eure Anteilnahme an dem Geschehenen. (...) Wir alle sind noch immer fassungslos, was passiert ist. Niemand hat einen solchen Tod verdient.“

Ein Polizeisprecher bestätigte, dass die Ermittler bereits einen Tatverdacht haben. Gegen wen er sich richtet und ob es einen oder mehrere Verdächtige gibt, wurde nicht bekannt gegeben. Es seien aber Personen zu dem Fall befragt worden.

Laut „Bild“ soll Jim Reeves, der im Januar noch bei der Berliner Fashion Week als Model über den Catwalk lief, am Sonnabend in einer Bar gewesen sein. Mit zwei Hostelbewohnern sei er danach in das Charlottenburger Billig-Hotel zurückgekehrt. Was danach geschah, ist Gegenstand der Ermittlungen durch die 6. Mordkommission. Im Fokus dürften speziell die letzten 48 Stunden des 47-Jährigen stehen.

Band-Frontmann, Solosänger, Moderator und Model

Am Sonntag hatte Jim Reeves auf dem Kudamm noch Karneval gefeiert, wie ein Foto auf Facebook zeigt:

Am Montagmorgen, um 7 Uhr, hatte ein Mitbewohner Jim Reeves leblos entdeckt. Mit dem bürgerlichen Namen Jim Nyasani wurde Reeves in Köln geboren und startete zuerst als Model durch. Er stand nach Medienangaben etwa für C&A, Sony und Schöller Mövenpick vor der Kamera. Anfang der 90er-Jahre begann er eine Ausbildung zum Musicaldarsteller in Hamburg. Neben der Musik war er auch in Serien wie „SK Babies“ zu sehen. Seine ersten Singles veröffentlichte Reeves mit seinen Geschwistern Shary, Terry und Andrew: Unter dem Namen 4 Reeves kamen die Titel „Party“ und „Jumpin’“ heraus, mit der deutschen Fußballnationalmannschaft sangen sie „Everybody's Going to the USA“.

Mit „Blue Jeans“ oder „Without You“ schaffte Sqeezer den Sprung in die Top 20 der deutschen Singlecharts. Doch mit Ende der Dance-Phase der Neunziger wurde es ruhig um die Band. Immer wieder versuchte sie mit Neubesetzungen, aber immer mit ihrem Frontmann, ein Comeback. Zuletzt unterstützte Reeves 2012 Michael Wendler (43) als Backgroundsänger. Sein Tod ruft unter seinen ehemaligen Kollegen große Bestürzung hervor. So verabschiedeten sich unter anderem Schauspielerin Rebecca Siemoneit-Barum und Fotomodell Kader Loth auf Facebook mit traurigen Worten von Jim Reeves.

Auch die Berliner Dragqueen NIna Queer betrauerte den Tod von Reeves:

>>> Auf dieser Facebook-Seite können Fans und Freunde Abschied von Jim Reeves nehmen <<<

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