Mehr Notunterkünfte

Senat will Plätze für weitere 15.000 Flüchtlinge schaffen

Der Senat plant den Bau weiter Traglufthallen und Container-Unterkünfte. Mit den Bezirken soll über Grundstücke verhandelt werden.

In solchen Traglufthallen sollen weitere Flüchtlinge untergebracht werdenn

In solchen Traglufthallen sollen weitere Flüchtlinge untergebracht werdenn

Foto: Paul Zinken / dpa

Der Senat plant, weitere 15.000 Plätze für Flüchtlinge in Container-Unterkünften und Leichtbauten wie etwa Traglufthallen zu schaffen. Ziel sei, diese Plätze noch in diesem Jahr vorhalten zu können. Das teilte Flüchtlingsstaatssekretär Dieter Glietsch am Freitag im Sportausschuss des Abgeordnetenhauses mit.

Der Staatssekretär nahm dort an einer Anhörung zum Thema „Nutzung von Sporthallen als Notunterkünfte: Auswirkungen und Perspektiven“ teil. Mit den Bezirken werde jetzt darüber verhandelt, auf welchen Grundstücken Container oder Leichtbauten aufgestellt werden könnten, sagte Glietsch.

Vermutlich rund 40 Grundstücke notwendig

Diese 15.000 Plätze sind zusätzlich. Sie gehören nicht zu den Modularbauten, die der Senat auf 60 Grundstücken für Flüchtlinge und perspektivisch auch für andere Bevölkerungsgruppen errichten will. In diesen Unterkünften sind stadtweit 24.000 Plätze geplant. Wie viele Grundstücke nun noch für Container- und Leichtbauten gesucht werden, wurde am Freitag nicht mitgeteilt. Legt man die Platzzahl für die Modularbauten zu Grunde, wären es knapp 40. Experten erwarten schwierige Verhandlungen mit den Bezirken.

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80.000 Flüchtlinge seien im vergangenen Jahr nach Berlin gekommen, erklärte Staatssekretär Glietsch in der Ausschusssitzung, allein 50.000 nach dem 5. September, also der Grenzöffnung durch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Dadurch seien von Anfang September an 25.000 weitere Plätze in Unterkünften benötigt worden. Da hunderte Menschen pro Tag in aller Regel sofort untergebracht werden mussten, um Obdachlosigkeit zu vermeiden, seien nur Sporthallen in Frage gekommen. Andere bezugsfertige Unterkünfte hätten nicht zur Verfügung gestanden.

Ende vergangenen Jahres hätten 43.000 Asylsuchende in Not- und Gemeinschaftsunterkünften gelebt, davon rund 10.000 in Sporthallen, so Glietsch. Derzeit sind 60 Sporthallen an rund 50 Standorten mit Flüchtlingen belegt.

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