Berlin-Friedrichshain

Mutter des toten Babys an der Lehmbruckstraße ermittelt

Im November fanden Mitarbeiter der BSR ein totes Baby in Friedrichhain. Die Polizei konnte nun die Mutter ermitteln.

Polizisten schirmen den Fundort des verdächtigen Bündels ab

Polizisten schirmen den Fundort des verdächtigen Bündels ab

Foto: Thomas Schröder

Die Ermittler brachten in Erfahrung, dass neben dem Fundort des weiblichen Säuglings in der Lehmbruckstraße, wo Kühlschränke abgestellt waren, sich bis zum 19. November auch mit Altkleidern gefüllte Müllsäcke befunden hatten.

Durch Befragungen der Anwohner bekamen sie den Hinweis, dass eine Familie zwei Säcke an sich genommen hatte. Die Polizisten suchten die Familie auf und konnten Kleidungsstücke aus den Müllsäcken sicherstellen. Es konnte nachgewiesen werden, dass diese Altkleider unter anderem von der Mutter stammten. Des Weiteren ermittelten die Polizisten einen Obdachlosen, der ebenfalls Sachen aus den Müllsäcken entnommen hatte.

Somit konnte geklärt werden, dass die Säcke am Vormittag des 14. November 2015 in der Lehmbruckstraße abgestellt wurden. Der Obdachlose gab ferner an, dass ein Mann, der aus einem in der Nähe gelegenen Self-Storage-Komplex kam, weitere Müllsäcke abstellte, während er die bereits vorhandenen in Augenschein nahm.

>>>Totes Baby auf der Straße entdeckt<<<

Daraufhin überprüften die Ermittler sämtliche Personen, die sich im relevanten Zeitraum in dem Lagerkomplex aufgehalten hatten und stießen auf die verdächtige Mutter, die mit ihrem Lebensgefährten am 14. November 2015 einen Lagerraum entrümpelt hatte. Die weggeworfenen Kleidungsstücke konnten ihr zugeordnet werden. Die 30-Jährige, bei der es sich zweifelsfrei um die Mutter handelt, wurde am Dienstag vernommen und im Anschluss aufgrund fehlender Haftgründe entlassen. Die Ermittlungen dauern an.

Weiterer Fall in der Scharnweberstraße

Mitarbeiter der Berliner Stadtreinigung (BSR) hatten die Babyleiche am Vormittag des 20. November gefunden. Sie waren damit beschäftigt, Laub zwischen geparkten Autos entlang der Straße auf die Fahrbahn zu harken, als sie ein verdächtiges Bündel fanden.

Ebenfalls in Friedrichshain war vor mehr als einem halben Jahr ein neugeborenes Baby ausgesetzt worden. Das kleine Mädchen überlebte glücklicherweise die Tat, die Mutter konnte jedoch trotz Zeugenaufrufen der Kriminalpolizei bis heute nicht ausfindig gemacht werden. Das ausgesetzte Baby war laut Polizei in der Nacht zum 1. April in einem Hauseingang an der Scharnweberstraße 38 von einem Passanten gefunden worden.

Der offenbar kurz zuvor entbundene Säugling war in drei Jacken gewickelt und wurde auf dem Boden direkt neben der Haustür abgelegt. Das Baby hatte dennoch eine starke Unterkühlung erlitten, erholte sich aber im Krankenhaus relativ schnell. Weil auch nach der Genesung die leibliche Mutter nicht ermittelt werden konnte, lebt das kleine Mädchen inzwischen bei einer Pflegefamilie.