Hilfsaktion

Google spendet 25.000 Chromebooks für Flüchtlinge

25.000 Laptops für Flüchtlinge: Google, Telekom, Arbeiter-Samariter-Bund und Nethope haben in Berlin ein einzigartiges Projekt gestartet.

In der Flüchtlingsunterkunft im ehemalige Rathaus Wilmersdorf sind die ersten Chromebooks angekommen: Justizsenator Thomas Heilmann, Google-Chefingenieur Wieland Holfelder, ASB-Chef Ulrich Bauch und Gabriele Kotulla, Vice President Corporate Responsibility Deutsche Telekom

In der Flüchtlingsunterkunft im ehemalige Rathaus Wilmersdorf sind die ersten Chromebooks angekommen: Justizsenator Thomas Heilmann, Google-Chefingenieur Wieland Holfelder, ASB-Chef Ulrich Bauch und Gabriele Kotulla, Vice President Corporate Responsibility Deutsche Telekom

Foto: Google / BM

25.000 Laptops für Flüchtlinge: Google, Deutsche Telekom, Arbeiter-Samariter-Bund und der Verein Nethope haben in Berlin ein einzigartiges Projekt gestartet. „Information und Kommunikation sind wesentlich für die Integration. So können wir den geflüchteten Menschen einen Neustart ermöglichen.“ So begründete Wieland Holfelder, Chefingenieur von Google Deutschland, den Start des Projekts „Reconnect“ im ehemaligen Rathaus Wilmersdorf.

Es dient mehr als 1000 Menschen als Notunterkunft. Die ersten 20 Chromebooks wurden im neuen Internetcafé der Unterkunft aufgestellt und wurden von den Bewohnern schnell genutzt. Die Deutsche Telekom stellt einen kostenfreien Internethotspot zur Verfügung – wie in 64 anderen Unterkünften auch.

Nethope, eine internationale Dachorganisation von 44 Nichtregierungsorganisiationen (NGO) in der Armen- und Flüchtlingsarbeit sowie im Umweltschutz, will mit der Hilfe des Internetkonzerns Google die Eingliederung geflüchteter Menschen verbessern. Dabei sollen 25.000 Laptops helfen. Sie sollen Zugang zu Online-Bildungsangeboten und -Informationen ermöglichen.

NGO können Chromebooks anfordern

Hilfsorganisationen in der Flüchtlingsarbeit können die Chromebooks auf der Internetseite reconnect.nethope.org beantragen, um sie dann in ihrer Arbeit in Notunterkünften nutzen zu können.

Chromebooks sind mobile Computer, die ausschließlich im Internet arbeiten und dabei das Google-Betriebssystem Chrome OS benutzen. Hilfsorganisationen können die Geräte mit einer eigens von Google entwickelten Management-Software einrichten und verwalten. So lassen sich Online-Sprachkurse oder Bildungsangebote auf der Startseite platzieren. Oder aber das Flüchtlingsportal der Telekom in den verschiedensten Sprachen.

Sprache als große Herausforderung

Nethope-Geschäftsführer Frank Scott, der extra aus Seattle (USA) nach Berlin gekommen war, will in den nächsten sechs Monaten mehr als 500.000 Flüchtlingen einen Zugang zum Internet ermöglichen. „Für Kinder und erwachsene Flüchtlinge sind das Erlernen einer neuen Sprache und die Nutzung von Bildungs- und Arbeitsangeboten eine echte Herausforderung“, sagte er. Das Projekt Reconnect leiste dazu einen wichtigen Beitrag.

Justizsenator lobt Privatinitiative

Justizsenator Thomas Heilmann (CDU), der auch Vorstandsvorsitzender der Organisation Save the Children Deutschland ist, lobte die unbürokratische Zusammenarbeit von Verbänden und Unternehmen bei dem Projekt. „So schnell kann der Staat nicht vorgehen“, sagt er. „Ein solches Projekt könnte keiner der Beteiligten alleine stemmen“, sagte Gabriele Kotulla, die bei der Deutschen Telekom für Unternehmensverantwortung zuständig ist.

ASB sieht Integration im Mittelpunkt

Ulrich Bauch, Geschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bundes, der die Notunterkunft betreibt, sieht die größte Herausforderung dieses Jahres „nicht in der Versorgung, sondern in der Integration der geflüchteten Menschen“. Zahlreiche Politiker, darunter Kanzleramtsminister Peter Altmeier (CDU), würdigten in Grußworten das Projekt.