Gleichstellung in Berlin

Studentenwerk soll umbenannt werden - für 800.000 Euro

Hunderttausende Euro könnte die Gleichstellung von weiblichen und männlichen Studierenden im neuen Namen des Studentenwerks kosten.

Das Studentenwerk Berlin soll aus Gründen der Gleichstellung in "Studierendenwerk" umbenannt werden. Damit sich kein Studierender und keine Studierende diskriminiert fühlt, will Berlin offenbar 800.000 Euro für den neuen Namen ausgeben.

„Der Wunsch kam von Studierenden und der Frauenbeauftragten“, zitiert die Zeitung "B.Z." Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD). Die Bezeichnung "Student" schließe weibliche Studentinnen aus. Der geschlechtsneutrale Begriff "Studierende" habe sich mittlerweile an den Berliner Universitäten durchgesetzt, so die 45-Jährige.

Die Umbenennung würde jedoch hohe Kosten verursachen. „Der neue Name bedeutet, dass wir unser Logo umgestalten und Hunderte Schilder austauschen müssen“, sagt Jürgen Morgenstern (63), Sprecher des Studentenwerks (STW) der "B.Z.". Briefpapier, Logos auf Infomaterial, Schilder, E-Mail-Adressen bis zu Schriftzügen in der Mensa, alles muss mit dem neuen Namen der Einrichtung versehen werden. Die Liste der Änderungen scheint schier unendlich.

Die Umbenennung soll jedoch allmählich stattfinden. Bis 2022 gilt eine Übergangsfrist. Ist beispielsweise altes Briefpapier aufgebraucht, wird es durch solches mit neuem Briefkopf ersetzt.

Die veranschlagten 800.000 Euro stoßen jedoch dem Landesrechnungshof auf. Er will den Kostenplan überprüfen. Über die geplante Umbennung des Studentenwerks wird am 10. Februar im Wissenschaftsausschuss diskutiert. Koalitionspartner CDU hat bereits Diskussionsbedarf angemeldet. Danach stimmen die Berliner Abgeordneten ab.

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