1,8 Promille

Nach Unfallflucht: Zeuge mit Holzscheit angegriffen

Ein Zeuge beobachtet einen Unfall mit Fahrerflucht. Als er die betrunkene mutmaßliche Fahrerin auf die Tat ansprechen will, wird er angegriffen.

Einem polnischer Kurierfahrer ist es zu verdanken, dass ein Unfall auf der Autobahn A 24 in Höhe Kremmen Landkreis Oberhavel und eine anschließende Unfallflucht aufgeklärt werden konnten.

Der Kurierfahrer war am Dienstagabend gegen 20.30 Uhr auf der Bundesautobahn 24, als er auf die Fahrerin eines Pkw Kia aufmerksam wurde, die sehr unsicher gefahren sei. Dabei sah der Kurierfahrer, wie die Frau mit dem Wagen gegen die Leitplanke fuhr und anschließend Unfallflucht beging.

Der Kurierfahrer folgte dem Fahrzeug bis zur Wohnanschrift nach Staffelde im gleichen Landkreis. Hier wollte er die Fahrerin zur Rede stellen, die erkennbar unter Alkoholeinfluss stand. Doch die Frau rief ihren Ehemann, woraufhin beide den Zeugen angriffen. Der Ehemann ging nach Angaben der Polizei mit einem Holzscheit auf den Zeugen los.

Die Ehefrau traktierte das Fahrzeug des Kurierfahrers mit Tritten. Beide beschädigten den Fahrzeuglack des polnischen Wagens, wobei die Fahrzeugführerin zudem einen Scheibenwischerarm abriss. Der Zeuge flüchtete und informierte einen deutschsprachigen Anwohner, der die Polizei informierte.

Frau hatte 1,84 Promille Alkohol im Blut

Den Beamten erklärte der Ehemann, dass nicht seine betrunkene Frau gefahren sei, sondern er selbst. Der polnische Zeuge soll dann nach Aussagen des Ehemannes sein Fahrzeug gerammt haben und geflüchtet sein. Die Spurenlage und die Angaben des Zeugen widersprachen aber dieser Darstellung, so dass ein Ermittlungsverfahren gegen den Ehemann wegen Vortäuschen einer Straftat eingeleitet wurde.

Die Ehefrau stand unter erheblichem Alkoholeinfluss, gemessen wurden laut Polizei 1,84 Promille. Sie gab an nicht gefahren zu sein und sagte, dass sie erst später Alkohol getrunken habe. Der Frau wurden zwei Blutproben entnommen und der Führerschein sichergestellt.

Es wurden Strafanzeigen wegen der Trunkenheit am Steuer, der Sachbeschädigung und des Verdachts des Vortäuschens einer Straftat aufgenommen. An den Fahrzeugen entstand ein Sachschaden von etwa 10.000 Euro.