Berlin

"Beschlagnahmte" Ferienwohnung ist nur gemietet

Die Stadt wächst – und der Kampf um bezahlbaren Wohnraum ist in vollem Gang. Am Dienstag hat die Erwerbsloseninitiative Basta nach eigenen Angaben eine Ferienwohnung "beschlagnahmt", um auf das Problem aufmerksam zu machen. Dabei handelte es sich um eine Dachgeschosswohnung an der Soldiner Straße 26 in Wedding. Die Adresse wurde erst kurz vor der Aktion veröffentlicht – die Aktion sollte illegal sein, so die Initiative.

Sozialstadtrat Stephan von Dassel (Grüne) vermutete gleich, dass die Ferienwohnung für drei Tage angemietet wurde. Und wie ein Polizeisprecher der Berliner Morgenpost am Dienstagabend bestätigte, hat ein Mitglied der Initiative die Wohnung ganz legal angemietet – und zwar bis zum 21. Januar.

Aktuell gebe es etwa 17.000 illegale Ferienwohnungen in Berlin, bei der Suche nach einer Mietwohnung gehe man aber leer aus, hieß es seitens der Initiative. In Wedding gebe es derzeit gerade einmal zwei Mietangebote für Bezieher von Arbeitslosengeld II oder Grundsicherung. Seit Mai 2014 gilt ein Gesetz, das die Zweckentfremdung von Wohnraum verbietet. Es untersagt, dass Wohnungen als Büro, als Ferienunterkunft oder für Gewerbe genutzt werden. Die Initiative fordert, dass die Ferienwohnungen zu anmietbaren Preisen "zurück auf den Wohnungsmarkt kommen, das Jobcenter die Mietkosten übernimmt und eine Mietobergrenze für Berlin eingeführt wird", erklärt Britta D. (27). Wohnungslose können sich laut "Basta" auf einer Interessentenliste für die Wohnung eintragen, die dann der Hausverwaltung mit der Forderung auf Neuvermietung übergeben werden soll.

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