Verkehr

Hoch hinaus kommt teuer: Eine Million Euro für Straßenschilder

Mobile Verkehrsschilder müssen seit Anfang des Jahres höher sein. Wasserbetriebe rechnen mit bis zu einer Million Euro für Umrüstung

Es mutet wie eine im wahresten Sinne des Wortes Schildbürger-Posse an, soll aber nach Angaben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung der Sicherheit dienen: Berlins mobile Verkehrsschilder für Baustellen, Umzüge oder auch Heizöllieferungen müssen seit Januar mehr in die Höhe ragen.

Die entsprechenden Zusatzinformationen wie die Angabe der Dauer temporärer Halteverbote oder Hinweise für den Grund der Verbote und Einschrönkungen wie „Kanalarbeiten“ dürfen erst ab einer Höhe von 2 Metern (über Gehwegen) bis 2,2o Meter (über Radwegen) an der Stange angebracht werden, damit sie besser sichtbar sind.

„Darüber hinaus soll so auch vermieden werden, dass sich Passanten an den Schildern stoßen, was oft passiert ist“, so Petra Rohland. Die Sprecherin bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung betonte, dass die höheren Stzraßenschilder für mehr Sicherheit sorgen sollen.

Bislang reichte eine Verkehrsschild-Gesamthöhe von 2 Metern aus, was in Berlin offenbar auch dazu führte, dass immer häufiger Falschparker mit Verweis auf nicht sichtbare oder verdeckte Schilder bei Klagen gegen entsprechende Bußgeldbescheide nicht zahlen mussten.

Die neue, bundesweit laut der Berliner Bauverwaltung schon seit 20 Jahren gültige Höhe bedingt allerdings auch erforderliche Umrüstungen in den Halterungen. Sie müssen mit insgesamt 90 Kilogramm das dreifache Gewicht der bislang gültigen Halterungen aufweisen.

Laut Senatsverwaltung für Stadtentwicklung muss die Umstellung auf die neuen Schilder bis Ende des Jahres erfolgen. Ob diese Einführungsphase möglicherweise noch einmal verlängert wird, darüber werde noch beraten, da entsprechende Anträge betroffener Unternehmen vorliegen.

Viele Berliner Betriebe wie Umzugsfirmen oder Baustelleneinrichter kommt die erforderliuche Umrpüstung der Straßenschilder teuer zu stehen. Vor allem die Berliner Wasserbetriebe befürchten erhebliche Mehrkosten. „Wir rechnen mit bis zu 1 Million Euro“, bestätigte Stephan Natz der Berliner Morgenpost.

Der Sprecher der Berliner Wasserbetriebe betonte, dass allein für den Kanalbetrieb jährlich bis zu 12.ooo Schilder in Berlin aufgestellt werden, die alle geändert werden müssen. Die Wasserbetriebe prüfen deshalb auch, ob sie möglicherweise das Aufstellen der erforderlichen mobilen Straßenschilder künftig an Fremdfirmen vergeben. „Das uist aber nich nicht endgültig entschieden“, so Natz.

Es sei natürlich misslich, sagte der Sprecher, verwies angesichts der bundesweuit schon lange gültigen Regelung aber auch überraschend einsichtig darauf, „dass wir Berliner nicht immer Redcht auf ‘ne Extrawrst haben“