Nach Tod des Künstlers

Hunderte Fans trauern in Schöneberg um David Bowie

In den 1970er-Jahren lebte David Bowie in Berlin. Noch immer hat er viele Fans in der Hauptstadt, die nun um ihn trauern.

"Er war wie ein Familienmitglied", sagt zum Beispiel Künstler Dyko, der am Morgen einer der ersten war, die zum früheren Wohnhaus Bowies an die Hauptstraße 155 nach Schöneberg gekommen sind. Auf der Treppe brennen Kerzen. Fans haben Blumen niedergelegt.

Berliner trauern um David Bowie
Video: BM Video

Der australische Sänger Dyko hatte Bowie einmal persönlich getroffen und zeigt zur Erinnerung ein gemeinsames Foto auf Facebook.

Die Nachricht vom Tod des Popstars Bowie überraschte am Montagmorgen viele Fans. Erst in der vorigen Woche war der Brite 69 Jahre alt geworden. Zum Geburtstag kam ein neues Album auf den Markt.

David Bowie lebte zunächst im Bayrischen Viertel und von 1976 bis 1978 an der Hauptstraße 155 in Schöneberg. Hier lebte er kurze Zeit zusammen mit Iggy Pop.

Der Regierende Bürgermeister Berlins, Michael Müller, würdigte Bowies Bedeutung für die Hauptstadt. "Zu Bowie bestand nicht nur musikalisch eine besondere Verbindung. Der Künstler gehörte zu uns. Darauf sind wir stolz", heißt es in einer Pressemitteilung.

Heroes – eine Hymne des geteilten Berlins

In seiner Berliner Zeit entstand in den Hansa-Studios Bowies Berlin-Trilogie mit den Alben Low, Heroes und Lodger. "Der Titelsong des Heroes-Albums ist eines der bekanntesten Bowie-Werke und wurde zur Hymne unserer damals geteilten Stadt und ihrer Sehnsucht nach Freiheit", so Müller.

Die drei Alben „Low“, „Lodger“ und „Heroes“ wurden von der Stadt und ihrer subkulturellen Szene beeinflusst und entstanden zum Teil in den Hansa-Studios am Potsdamer Platz. In Berlin drehte der Avantgardekünstler, der als David Robert Jones auf die Welt kam, auch den Kinofilm „Schöner Gigolo, armer Gigolo“ mit Marlene Dietrich.

„Am liebsten würde ich jetzt auf dem Weg zur Arbeit umkehren, mich zu Hause einschließen und seine Platten hören“, schrieb Berlins Kulturstaatssekretär auf Facebook.

Er spannte in einer Pressemitteilung zudem einen weiten Bogen zur Einordnung des britischen Popmusikers: „Seit Herbert von Karajan ist David Bowie wahrscheinlich der bedeutendste mit Berlin verbundene Musiker, den wir verloren haben.“ Bowie habe mit den Songs „Heroes“ oder mehr als drei Jahrzehnte später mit „Where Are We Now“ Berlin als „Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten gefeiert“.

Bis zum Abend kamen Hunderte Fans zu dem Wohnhaus in der Schöneberger Hauptstraße 155, legten Blumen nieder, spielten die Musik von Bowie, nahmen Abschied von ihrem Idol.