Glücksspiel

So verteilen sich die Lottogewinne über Berlin

In den Bezirken Tempelhof-Schöneberg und Charlottenburg-Wilmersdorf wurde das meiste Geld ausgezahlt.

5, 12, 13, 33, 38, 39 und die Superzahl 4. Das waren die Zahlen für den großen Jackpot, den ein Berliner Anfang Juli 2015 geknackt hat. 33,8 Millionen Euro gewann der Spieler aus Tempelhof-Schöneberg. Es war die vierthöchste Ausschüttung, die in der Geschichte der Zahlenlotterie „6 aus 49“ ausgeschüttet wurde, und die höchste der Berliner Lottogeschichte.

Nicht verwunderlich ist, dass Tempelhof-Schöneberg damit der Berliner Bezirk ist, in dem im vergangenen Jahr am meisten Geld von Lottospielern gewonnen wurde. Insgesamt 37.045.426,20 Euro wurde an Tempelhof-Schöneberger Lottospieler ausgezahlt, wie aus einer Statistik der Deutschen Klassenlotterie Berlin hervorgeht, die der Berliner Morgenpost vorliegt. Berücksichtigt sind hierbei allerdings nur Großgewinne in einem Wert über 5000 Euro.

Die wenigsten Gewinne gab es in Friedrichshain-Kreuzberg

Auf Platz zwei folgt Charlottenburg-Wilmersdorf: Hier erspielten die Bewohner insgesamt 7,9 Millionen Euro – auch hier gilt: Gezählt wurden nur Gewinne ab 5000 Euro. Platz drei belegt Pankow (3,1 Millionen Euro). Dahinter folgen Mitte (2,6 Millionen Euro), Spandau (2,1 Millionen Euro), Lichtenberg (1,3 Millionen Euro), Neukölln (945.928 Euro), Reinickendorf (684.835,90 Euro), Treptow-Köpenick (510.250 Euro), Marzahn-Hellersdorf (471.981,20 Euro), Steglitz-Zehlendorf (470.736,10 Euro). Der Bezirk, an den 2015 am wenigsten Gewinne ausgeschüttet wurde, ist übrigens Friedrichshain-Kreuzberg. „Nur“ 370,811,20 Euro gingen dorthin.

Mehr als 130 Millionen Euro hat Lotto Berlin ausgeschüttet

In die Statistik fließt das klassische „6 aus 49“-Spiel ein – aber auch die Glücksspirale, das Spiel 77, Super 6, plus 5, Eurojackpot. Die Berliner sind dabei fleißige Lottospieler. „Wir haben rund 600.000 bis 700.000 Spielaufträge pro Woche“, sagte Thomas Dumke, Sprecher von Lotto Berlin. 38 Millionen Spielaufträge hat Lotto Berlin 2015 angenommen. Gewinne bis zu 500 Euro können direkt bei der Lotto-Annahmestelle abgeholt werden, alles darüber zahlt Lotto Berlin aus. Insgesamt hat die Lottogesellschaft aus den verschiedenen Spielen im vergangenen Jahr nach Angaben des Sprechers rund 269 Millionen Euro eingenommen. Die Hälfte davon – rund 134,5 Millionen Euro – wird an die Spieler ausgeschüttet.

2015 gab es der Statistik zufolge insgesamt sieben neue Lotto-Millionäre in Berlin. Neben dem Jackpot-Knacker aus Tempelhof-Schöneberg (sechs Richtige und Superzahl), gibt es noch sechs weitere glückliche Millionen-Gewinner aus: Pankow mit 2,62 Millionen Euro (sechs Richtige), Charlottenburg-Wilmersdorf mit 2,1 Millionen Euro (sieben Richtige bei der Glücksspirale), Tempelhof-Schöneberg mit 1,87 Millionen Euro (sechs Richtige), Charlottenburg-Wilmersdorf mit 1,58 Millionen Euro (sechs Richtige plus Superzahl), Mitte mit 1,45 Millionen Euro (sechs Richtige), Charlottenburg-Wilmersdorf mit 1,09 Millionen Euro (sechs Richtige). In Berlin hat es damit im Jahr 2015 mehr Millionengewinne als sonst gegeben. „Seit der Euro-Einführung hatten wir in der Stadt sonst durchschnittlich vier Lottomillionäre“, so Sprecher Dumke.

„Die Menschen spielen dort, wo sie zur Arbeit gehen“

Von den seltenen Hauptgewinnen abgesehen, sei die Verteilung der Gewinne über die Bezirke „absolut typisch“ für die Stadt. Denn die Verteilung des Geldes habe nicht unbedingt etwas mit dem Wohnort der Gewinner zu tun, betonte Thomas Dumke. 80 Prozent der Lottospieler machten ihre Kreuzchen anonym. „Und jeder ist frei, seine Annahmestelle überall in der Stadt zu wählen“, sagte der Sprecher von Lotto Berlin. Die Statistik über die Ausschüttungen wird über die Annahmestellen geführt. In den zentralen Bezirken, in denen viele Menschen ihr Arbeitsplatz haben, sei deshalb auch der Anteil der Gewinner größer. „Die Menschen spielen dort, wo sie zur Arbeit gehen“, sagte der Sprecher von Lotto Berlin.

Dennoch bleibt das Lottospielen Glückssache. Denn bei Gewinnsummen im sechsstelligen Bereich liegt Spandau mit sieben Glückspilzen gleichauf mit dem City-Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Fünf Spieler in Mitte und vier in Lichtenberg konnten sich über einen Betrag von mehr als 100.000 Euro freuen. In Tempelhof-Schöneberg, Neukölln und Reinickendorf gab es im vergangenen Jahr jeweils zwei, in Friedrichshain-Kreuzberg, Marzahn-Hellersdorf, Pankow und Treptow-Köpenick je einen sechsstelligen Gewinn. Steglitz-Zehlendorf ging leer aus.