Bildung

Mehr Schüler bestehen Probejahr am Gymnasium

Im vergangenen Schuljahr mussten 6,4 Prozent der Gymnasiasten an eine Sekundarschule wechseln. Zwei Jahre zuvor waren es noch 7,3 Prozent.

Schüler der sechsten Klassen der Spreewald-Grundschule in Schöneberg lassen am Tag der Zeugnisvergabe Luftballons mit ihren Wünschen für's nächste Jahr steigen

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Foto: Christian Kielmann

Die Zahl der Schüler, die das Probejahr am Gymnasium nicht schafft, geht leicht zurück. Im vergangenen Schuljahr mussten 6,4 Prozent der Gymnasiasten nach der siebten Klasse an eine Sekundarschule wechseln. Zwei Jahre zuvor waren es noch 7,3 Prozent. Die aktuellen Zahlen zur Probezeit wurden in der Antwort der Bildungsverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Abgeordneten Stefanie Remlinger veröffentlicht.

Aus der Anfrage geht auch hervor, dass die Empfehlung der Grundschulen zur weiteren Schullaufbahn offenbar recht zutreffend sind. Von den Schülern mit Gymnasialempfehlung scheiterten nur 3,5 Prozent an der Probezeit. Bei den Schülern, die ohne eine entsprechende Empfehlung ans Gymnasium kamen, lag der Anteil bei vergleichsweise hohen 24,6 Prozent. Allerdings haben immerhin drei Viertel der Kinder die Anforderungen am Gymnasium gemeistert, obwohl die Grundschullehrer ihnen von dieser Schulform abgeraten hatten.

Viele Kinder mit Migrationshintergrund werden auf Sekundarschulen geschickt

Besonders häufig werden Kinder mit Migrationshintergrund nach der siebten Klasse vom Gymnasium auf die Sekundarschule geschickt. Betrachtet man nur die Siebtklässler nichtdeutscher Herkunft, so liegt der Anteil der Schüler, die das Probejahr nicht schaffen bei 14,2 Prozent. Dennoch zeichnet sich hier eine positive Entwicklung ab. Im Schuljahr 2012/13 mussten noch knapp 17 Prozent der Schüler mit Migrationshintergrund vom Gymnasium an die Sekundarschule wechseln. „Kinder mit Migrationshintergrund werden offenbar immer noch eher herabgeschult als andere“, sagt Stefanie Remlinger, bildungspolitische Sprecherin der Grünen. Da müsse man in Zukunft noch genauer hinsehen, wie die einzelnen Schulen die Kinder fördern.

Beratungsgespräche sind verpflichtend

Die Bildungsverwaltung führt den positiven Trend auf die Beratung an den Grundschulen zurück. „Die Beratungsgespräche fußen inzwischen auch auf Erfahrungswerten der Vorjahre, die Empfehlungen der Grundschullehrkräfte dürften daher von Jahr zu Jahr nachhaltigere Akzeptanz der Eltern erlangen“, sagte Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) der Berliner Morgenpost. Zudem seien die Gymnasien verpflichtet, individuelle Förderkonzepte für Schüler mit Defiziten zu entwickeln. Seit dem letzten Schuljahr müssen die Gymnasien mit Eltern von Bewerbern, die einen Durchschnitt von 3,0 oder schlechter haben, verpflichtend Beratungsgespräche führen.