Übergriffe in Köln

Heinz Buschkowsky: "Frauen sind kein Freiwild"

Neuköllns Ex-Bürgermeister Heinz Buschkowsky führt Übergriffe in Köln auf das Frauenbild der Täter zurück. Der Staat müsse handeln.


Der frühere Neuköllnner SPD-Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky fordert ein härteres Durchgreifen gegenüber den Täter in der Kölner Silvesternacht

Der frühere Neuköllnner SPD-Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky fordert ein härteres Durchgreifen gegenüber den Täter in der Kölner Silvesternacht

Foto: dpa Picture-Alliance / Karlheinz Schindler / picture alliance / ZB

"Menschen, die aus einem gnadenlosen Patriarchat kommen, empfinden überhaupt nichts dabei, Frauen zu missbrauchen, Frauen auch zu begrapschen", sagte der frühere Neuköllner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) am Donnerstag in einem Interview mit dem Deutschlandfunk. Das kulturbedingte Frauenbild spiele eine entscheidende Rolle bei diesen Übergriffen. Für diese Männer sind "Frauen, die um 1 Uhr oder 1.30 Uhr auf der Straße sind, sowieso Schlampen."

Buschkowsky fordert - wie viele andere auch - ein hartes Durchgreifen des Staates gegenüber den Tätern, die zahlreiche Frauen in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof sexuell belästigt und teilweise beraubt haben. Präventiv sollten szenebekannte Orte stärker videoüberwacht werden. Ein "Du-du" reiche nicht, ebensowenig wie 30 Tage Freiheitsentzug unter Bewährung. Der Staat müsse mit Härte reagieren und "einen Riegel vorschieben, dass Frauen in Deutschland auf der Straße kein Freiwild sind."

Der SPD-Politiker kritisiert zudem die Ermittlungsarbeit der Polizei. "Es kann nicht sein, dass die Ermittlung von Straftaten davon abhängt, welchen Aufenthaltsstatus ein Mensch im Land hat", sagt er und bezieht sich auf den Einsatzbericht der Kölner Polizei aus der Silvesternacht, der seit Mittwoch im Internet zu lesen ist. Demnach habe es Namenslisten von Verdächtigen gegeben, die nun unter Verschluss gehalten würden.

Wie auch in der Vergangenheit stellt Buschkowsky die Integrationsbemühungen durch den Staat infrage. Die Übergriffe seien die Folge von Parallelgesellschaften und davon, "dass Integration zur Spaßveranstaltung erklärt wurde, die für die ist, die darauf Lust haben." Integration müsse konkret vorangetrieben werden - und zwar als verbindliche Staatsaufgabe.