Verkehr

Geisel: Fahrrad-Volksbegehren ist zu radikal

Ein Fahrradfahrer fährt in Berlin über den Radweg am Moritzplatz.

Ein Fahrradfahrer fährt in Berlin über den Radweg am Moritzplatz.

Foto: dpa

Berlin. Das Fahrrad-Volksbegehren in Berlin präsentiert nach Ansicht von Verkehrssenator Andreas Geisel (SPD) deutlich zu radikale Lösungen. Die grundsätzliche Richtung, dass sich der Verkehr in der Hauptstadt nicht mehr mit dem Auto bewältigen lassen, sei zwar richtig, sagte der Senator der Deutschen Presse-Agentur. Die Initiatoren des Volksbegehrens aber nähmen keine Rücksicht auf andere Verkehrsformen und finanzielle Auswirkungen auf andere politische Gebiete.

Sie fordern unter anderem 200 Kilometer Fahrradstraßen und breite, asphaltierte Radwege an allen Hauptstraßen. Die 50 gefährlichsten Kreuzungen sollen entschärft werden und 200 000 neue, sichere Fahrrad-Parkplätze entstehen.

"Wenn die Berliner mit Ja stimmen, wird das die entsprechenden Folgen für andere Bereiche und Verkehrsteilnehmer haben", warnte Geisel. "Man kann sich nicht über Stau beschweren und gleichzeitig sagen, wir geben alle Straßen nur noch fürs Fahrrad frei." Der rot-schwarze Senat investiere im Jahr 14 Millionen Euro in den Ausbau des Radverkehrs. "Aber die eine oder andere Straße instand zu setzen, gehört eben auch dazu", betonte der Senator.

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