Verkehrskontrollen

Berlin stellt keine neuen Blitzer auf

Berlins Verwaltung setzt bei der Jagd auf Temposünder künftig weniger auf stationäre Blitzer, sondern auf mobile Radargeräte .

Die Blitzersäulen lösen nicht nur bei Rotlichtverstößen aus, sondern auch bei zu hoher Geschwindigkeit

Die Blitzersäulen lösen nicht nur bei Rotlichtverstößen aus, sondern auch bei zu hoher Geschwindigkeit

Foto: dpa Picture-Alliance / Tim Brakemeier / picture alliance / dpa

Berlin wird auf die Anschaffung weiterer fest installierter Radargeräte verzichten. Wie die Innenverwaltung auf Anfrage der Berliner Morgenpost bestätigte, sind im kommenden Doppelhaushalt dafür keine Mittel mehr vorgesehen. Anfang des vergangenen Jahres war eine Studie in Auftrag gegeben worden, um zu untersuchen, ob die Aufstellung weiterer stationärer Blitzer sinnvoll ist. Die Experten kamen jedoch zu dem Schluss, dass die Anlagen nur punktuell von Nutzen sind.

Besonders ortskundige Autofahrer treten vor den ihnen bekannten Anlagen kurz auf die Bremse, um gleich danach ihr Tempo wieder zu erhöhen. Außerdem werden Fahrer auch durch die immer beliebter werdenden elektronischen Warngeräte auf die Anlagen rechtzeitig hingewiesen. Verkehrsexperten raten daher vielfach dazu, statt auf stationäre Blitzer eher auf bewegliche Geräte zu setzen, mit deren Einsatz Autofahrer jederzeit und an nahezu jedem Ort rechnen müssen. Dies soll insgesamt zu mehr Verkehrsdisziplin führen. Dabei kommen immer häufiger auch Videoanlangen in Polizeifahrzeugen zum Einsatz.

Auch wenn auf die Neuanschaffung stationärer Geräte vorerst verzichtet wird, sollen allerdings die vorhandenen Geräte demnächst modernisiert werden. In Berlin sind 14 solcher Anlagen aufgestellt. Allein im Jahr 2014, Zahlen für das vergangene Jahr liegen derzeit noch nicht vor, bescherten die Anlagen dem Land Einnahmen in Höhe von rund 4,7 Millionen Euro. Der laufende Betrieb der stationären Blitzer schlug mit rund 135.000 Euro zu Buche, wie aus Statistiken der Innenverwaltung hervorgeht. Neue Geräte kosten rund eine Viertelmillion Euro.

Bei den Geschwindigkeitsüberschreitungen, die von stationären Geräten erfasst wurden, liegt der Tunnel Ortskern Britz mit großem Abstand an der Spitze. Hier wurden im Jahr 2014 fast 107.000 Verstöße registriert. Überdurchschnittlich beliebt bei Rasern sind zudem der Siemensdamm in Charlottenburg mit 51.000 Verstößen, die Schildhornstraße in Steglitz mit 28.000 festgestellten Verstößen, die Frankfurter Allee in Friedrichshain (19.600) und die Seestraße in Wedding (15.900).