Beruflicher Wechsel

Ex-Pirat Lauer beendet Tätigkeit für Axel-Springer-Konzern

Der Abgeordnete Christopher Lauer nahm vor einem Jahr eine Stelle beim Medienkonzern Axel Springer an. Nun hört er dort wieder auf.

Der Abgeordnete Christopher Lauer hat seine Tätigkeit beim Axel-Springer-Konzern zum Jahreswechsel beendet

Der Abgeordnete Christopher Lauer hat seine Tätigkeit beim Axel-Springer-Konzern zum Jahreswechsel beendet

Foto: Bernd Von Jutrczenka / dpa

Der Abgeordnete Christopher Lauer hat seine Tätigkeit beim Axel-Springer-Konzern zum Jahreswechsel beendet. Das bestätigte Lauer am Freitag der Berliner Morgenpost. Lauer ist Mitglied der Piratenfraktion im Landesparlament, hatte die Partei aber bereits 2014 verlassen. Er stand ein Jahr lang in Diensten des Medienkonzerns. Zunächst war er Berater für Datenschutzfragen, im April wurde er „Leiter der strategischen Innovationen“. Dabei sollte er nach Angaben eines Branchendienstes technologische Trends beobachten und auswerten „sowie Impulse für neue Entwicklungen in den für Axel Springer relevanten digitalen Märkten geben“.

Das Arbeitsverhältnis sei einvernehmlich beendet worden, betonte Lauer. Er sprach von einem „unspektakulären“ und „total harmlosen“ Vorgang. Die Arbeit bei Axel Springer sei spannend gewesen und habe Spaß gemacht, nun aber habe er für sich beschlossen, etwas anderes machen zu wollen, sagte der 31-Jährige.

Politisches Engagement nicht ausgeschlossen

Zu seinen künftigen Plänen, sagte der Ex-Pirat, er wolle freiberuflich beratend tätig sein, insbesondere in den Themenfeldern Digitalisierung und Nutzung der Netze sowie deren Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft. Sein Abgeordnetenhausmandat werde er weiterhin wahrnehmen. Lauer erklärte, er könne sich aber auch vorstellen, sich weiterhin und über die Abgeordnetenhauswahl in diesem Jahr hinaus politisch zu engagieren, „wenn die Rahmenbedingungen stimmen“. Seine politische Zukunft sieht er schon längst nicht mehr bei den Piraten, zuletzt hatte er die Partei heftig kritisiert.

Im Gegenzug wurde aus Piratenkreisen Kritik laut, als Lauer seine Tätigkeit bei Axel Springer begann. Er sei „auf die dunkle Seite der Macht gewechselt“, hieß es. Axel Springer sei „ein Unternehmen, das an vorderster Front den digitalen Wandel der Medienbranche vollzieht“, konterte Lauer seinerzeit in der „Süddeutschen Zeitung“. Er freue sich, „zukünftig diesen Wandel mitgestalten zu können“. Das wird er nun an anderer Stelle tun.

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.