Morgenpost@Schule

Ab in den Urlaub, ab ins Kino und Theater

Ihr wollt in den Ferien ins Kino? Oder plant demnächst einen Theaterbesuch? Morgenpost-Jugendreporter haben drei Tipps für Euch.

In der Küche geht es manchmal romantisch zu, manchmal  beinhart: Szene aus dem Film „Im Rausch der Sterne“ mit Sienna Miller und Bradley Cooper

In der Küche geht es manchmal romantisch zu, manchmal beinhart: Szene aus dem Film „Im Rausch der Sterne“ mit Sienna Miller und Bradley Cooper

Foto: Alex Bailey / Wild Bunch/Alex Bailey

„Im Rausch der Sterne“

Gläser klirren und Scherben fallen zu Boden. Essensreste liegen überall in der Küche verteilt und erschrockene Gesichter starren den Küchenchef an. Adam packt seine Köchin am Kragen, schreit sie an, und das Publikum hält den Atem an.

„Im Rausch der Sterne“ von Regisseur John Wells ist eine Tragikomödie und ein Drama darüber, wie der Sternekoch Adam Jones (Bradley Cooper) nach langer Drogenabhängigkeit wieder aus dem Sumpf auftaucht und versucht, sich den dritten Michelin-Stern zu erkochen.

Nach zwei Jahren Drogensucht ist Adam clean und versucht in London, mithilfe seiner alten Bekannten aus der Ausbildungszeit als Koch einen Neuanfang zu starten. Dabei wird er ständig von seiner Vergangenheit eingeholt und auch neue Probleme – wie Geldsorgen – machen ihm zu schaffen. Hinzu kommt seine Ungeduld gegenüber seinem Team, die ihn nicht nur bei Helene (Sienna Miller), seiner besten Köchin, unbeliebt macht.

Doch in der komplizierten Beziehung von Adam und Helene spielt auch die Liebe eine Rolle und Kussszenen fehlen nicht. Da Adam einige seiner Schulden noch nicht beglichen hat, geht es manchmal aber auch härter zu. Schlägereien bleiben nicht aus. Darum empfehlen wir den Film, der ab sechs Jahren freigegeben ist, erst ab 12 Jahren. Der Film macht Mut, dass man auch nach einer schwierigen Phase des Lebens wieder auf die Beine kommen und die Probleme des Alltags überwinden kann.

Spectre: Unterwegs mit James Bond

Totentag in Mexiko. James Bond positioniert sich auf dem Dach eines Hauses, um mithilfe des Zielfernrohres seiner Sniper zwei Personen beim Gespräch ins Visier zu nehmen. Plötzlich hört man einen gedämpften Schuss aus dem Gewehr und sieht kurz danach, wie die Fassade des gegenüberliegenden Hauses, in dem sich gerade noch die beiden Personen unterhalten haben, in sich zusammenfällt. Mal wieder muss sich James Bond vor dem Tod retten!

Der neue James-Bond-Film „Spectre“, wieder mit Daniel Craig in der Hauptrolle, überrascht erneut mit seinen aufwendig gedrehten und geschnittenen Szenen. Viele verschiedene Filmszenen wurden in unterschiedlichen Ländern der Welt gedreht. Einige in Italien, Mexiko und Österreich. So befindet sich die Kommandozentrale der Organisation „Spectre“, die die Macht über alle Geheimdienste der Welt an sich reißen will und in der Bonds gesamte vorherige Gegner sowie sein Bruder integriert sind, in der Wüste Afrikas.

Egal ob auf dem Land, der Straße oder in der Luft, überall hat Regisseur Sam Mendes spannende Actionszenen eingebaut. Zu Anfang sticht eine wohlhabende italienische Unternehmerwitwe ins Auge, gespielt von Monica Bellucci. Soll sie das Bondgirl sein? Der Zuschauer ist misstrauisch. So ein Bondgirl kannte man vorher noch nicht, weil sie eigentlich viel zu alt ist (51 Jahre). Am Ende begegnet James Bond dennoch seiner großen Liebe. Und auch das ist neu an diesem Film: dass James Bond sich wirklich verliebt. Wer ist diese Frau? Während der intensiven Suche nach seinem Rivalen, der sich später als sein Bruder herausstellt, begegnet er einem Freund seines leiblichen Vaters, dessen Tochter er sucht, findet und sich in sie verliebt: die Wissenschaftlerin, Madeleine Swann (Léa Seydoux), die auf der Flucht vor „Spectre“ ist. Wird James Bond es schaffen, die Organisation und seinen Bruder zu stoppen und Madeleine Swann vor ihren Verfolgern zu retten? Ein Kampf um Leben und Tod beginnt.

„Spectre“ ist zu Recht erst ab 12 Jahren freigegeben, da er viele brutale und nervenaufreibende Szenen enthält. Jedoch gibt es im Gegensatz zu den vorherigen Filmen einen entscheidenden Unterschied: dass eine spannende Story erzählt wird. Außerdem erhält der Zuschauer einen Einblick in James Bonds Kindheit.

Der Schauspieler des Bösewichts, Christopher Waltz, ist sinnvoll gewählt, weil er mit seinem diabolischen Charme und seinem eiskalten Lächeln einen guten Gegner für James Bond darstellt. Ohne viel zu spoilern, lässt das Ende die Annahme zu, dass „Spectre“ der voraussichtlich letzte Film mit Daniel Craig in der Rolle des James Bond sein könnte. Das wäre schade!

„Die Kriegerin“ im Grips-Theater

Wir Jugendlichen machen häufiger mal Quatsch. Als mir ein Freund vor dem Kino aus Spaß mein Popcorn aus der Hand schlägt, wird es allerdings ganz schnell ernst, denn ein älterer Herr schreit ihn an. Ob man das in dem Land, wo er herkomme, auch so mache? Das will er von ihm wissen. Mein Freund, dessen Eltern vor vielen Jahren aus Eritrea hierher kamen, starrt ihn an und unser Lachen verstummt.

Es sind kleine rassistische Bemerkungen wie diese, die unter die Haut fahren und ein ungutes Gefühl zurücklassen. Wie muss es einem da erst ergehen, wenn man als Flüchtling auf eine Gruppe von Nazis trifft?

Das Theaterstück „Die Kriegerin“, das seit Kurzem am Grips-Theater läuft, handelt von einer Neonazi-Gruppe, angeführt von Marisa (Alessa Kordeck), die erfährt, dass in der Nähe ein Flüchtlingsheim eröffnet wird. Marisa arbeitet in einem Supermarkt, wo schon bald Flüchtlinge auftauchen. Sie freut sich nicht gerade über den Besuch, möchte ihnen nichts verkaufen. Doch dann lernt sie den Flüchtling Rasul (Lorris Anndre Blazejewiski) kennen, der sich wünscht zu seiner Familie nach Schweden zu kommen. Zusammen mit Jana ( Esther Agicola), die sich der Neonazi-Gruppe angeschlossen hatte, helfen sie Rasul, doch tauchen dabei Probleme auf......

Das Theaterstück, inszeniert für Jugendliche, ist ab 14 Jahren freigegeben. Das ist richtig, finden wir, da das Theaterstück viele brutale und Menschen verachtende Szenen enthält, zum Beispiel eine Hitlergruß-Szene oder eine Szene, in der ein schwacher Mann mit einem Baseballschläger heftig verprügelt wird. Matin Soofipoor, die Theaterpädagogin des Theaterstücks „Die Kriegerin“, erklärt uns, dass in der Neonazi-Szene Brutalität an der Tagesordnung sei und sie das den Zuschauern nahe bringen wolle.

Wie wundern uns, dass wir nur einen Tisch und ein Gerüst als Requisiten bzw. Bühnenbild sehen, doch Matin Soofipoor erklärt uns, dass die Bühne auch kein realistischer Raum sei, wie etwa ein Supermarkt. Die Spieler würden mit der Fantasie der Zuschauer auf eine gemeinsame Reise gehen wollen. Wir sind erstaunt, dass die Spieler es schaffen, die Szenen mit so wenigen Requisiten mit Leben zu füllen. So wird beispielsweise aus dem umgedrehten Tresen eines Restaurants ein Flüchtlingsheim, wodurch verdeutlicht wird, dass Flüchtlinge auf engstem Raum leben und keine Privatsspähre mehr haben. Ein Blatt Küchenrolle stellt Geld dar, ein Mikrofon eine Pistole, ein schwarzer Klebestreifen auf der Handfläche ist eine Supermarktkasse, auf der wild getippt wird, dann ein Handy, das Marissa sich ans Ohr hält.

Oft ist es für uns jugendliche Zuschauer nicht ganz einfach zu folgen, denn die Schauspieler wechseln die Rollen ununterbrochen.

Wir fragen, wie das Theaterstück bei den Jugendlichen ankommt. Bisher hätten sie positive Rückmeldungen, manche wären irritiert oder hätten Fragen, was sie aber auch nicht schlecht finden würden, so Matin Soofipoor.

Die nächsten Aufführungstermine der „Kriegerin“ stehen unter: „www.grips-theater.de“.