Berlin

Versprochen: Im Friedrichstadt-Palast gibt es „Keinschneechaos“

Kindershow sorgt mit atemberaubenden Kulissen und Kunststücken der Darsteller für Spannung im Theatersaal

Oft liegen die Temperaturen bei mehr als zehn Grad. Die Sonne scheint und von Weihnachtsatmosphäre, zumindest was die Außentemperaturen angeht, kann in Berlin noch nicht so richtig die Rede sein. Winterlich klingt dagegen der Titel der Kindershow im Friedrichstadt-Palast: Sie heißt „Keinschneechaos“ nach dem Buch von Michael Sens und Roland Welke. Die beiden Jungen Emil und Ferdinand, gespielt von wechselnden Darstellern, suchen darin nach dem verschwundenen Schnee.

Dabei finden die Jungen heraus, dass eine Fabrik, die Hasen herstellt, durch Treibhausgase den Schnee auftaut. Um diese Fabrik anzuhalten, müssen sie ins Zentrum des Firmengebäudes eindringen und einen Code eingeben. Dabei erleben sie viele Abenteuer. Emil und Ferdinand bekommen den Tipp, im Ozean nach Antworten zu suchen.

Bei ihrer Suche treffen sie einen Krebs, der ihnen mitteilt, dass durch die Erwärmung der Meeresspiegel steigt und sämtlichen Küsten eine Flut droht. Sie wandern durch unheimliche Wälder, wo sie auf Rapunzel mit kurzem Haar treffen. Die erste Szene beginnt mit stimmungsvoller Musik, zu der getanzt wird. Atemberaubende Kunststücke der Darsteller, wie das Stehen und Vorwärtsgehen auf großen Bällen und das Balancieren auf Brettern, die auf Dosen rollen, sorgen für Spannung im Theatersaal. Auch über den Köpfen des Publikums „fliegende“ Schauspieler haben mich gefesselt. Auf den hinteren Plätzen ist allerdings nicht immer zu erkennen, wer spricht, da nicht ausreichend Gestik und Mimik verwendet wird, um die Worte zu unterstützen. Kurz blendet beim Hochfahren der Bühne das Scheinwerferlicht der spektakulären Kulisse, die mich mit ihrem 3-D-Effekt fasziniert hat. So bekommt die dargestellte Szene etwas sehr Reales, und der Zuschauer wird richtig hineingezogen.

Aber es gibt auch weniger aufwendige Kulissen: Schauspieler stellen das Bühnenbild mit ihren Körpern dar, sie „sind“ Bäume. Etwas ganz Besonderes war an diesem Abend der Papierschneefall am Ende der Show: Endlich, es schneit! Bei so viel Aufwand scheint mir der Preis von 14 bis 20 Euro in der vierten Kategorie gerechtfertigt. Infos zu den nächsten Aufführungsterminen im Dezember und Januar gibt es hier: „www.palast.berlin“.

Ihab Bataineh, Klasse 8.1,
Lilienthal-Gymnasium, Lichterfelde