Bevölkerungswachstum

Berliner Statistik: Mehr Babys, mehr Einwohner, mehr Geld

Positive Zahlen aus der Hauptstadt: Die Frauen in Berlin bekommen mehr Kinder, Berlin wächst, und der Durchschnittsverdienst steigt.

Frauen in Berlin bekommen wieder mehr Kinder. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Statistikamts vom Mittwoch 37.368 Babys geboren, knapp 2330 oder 6,6 Prozent mehr als 2013. Damit liegt Berlin voll im Bundestrend. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts kamen 2014 deutschlandweit 715.000 Kinder zur Welt; mehr waren es zuletzt vor zwölf Jahren (719 000).

In Berlin leben 3,47 Millionen Menschen

Bezogen auf alle Altersgruppen setzte sich das Bevölkerungswachstum der Vorjahre in der Bundeshauptstadt fort. So wurden zum Stichtag am 31. Dezember 2014 insgesamt 3,47 Millionen Menschen in der Bundeshauptstadt gezählt. Das sind rund 48.000 Neu-Berliner mehr als ein Jahr zuvor.

Berliner verdienen durchschnittlich 3010 Euro brutto

Der Chef des Statistikamts Berlin-Brandenburg, Rudolf Freese, vermutet, dass der Geburtenzuwachs in der Hauptstadt im Zusammenhang mit der verbesserten wirtschaftlichen Lage steht.

So stieg das mittlere Haushaltseinkommen in Berlin von 1500 Euro (2005) auf 1750 Euro (2014). Etwa 815 000 Haushalte (41,5 Prozent) verfügen über ein Einkommen von mehr als 2000 Euro. Im Durchschnitt verdiente 2014 jeder Berliner 3010 Euro brutto im Monat, das ist ein Plus von 1,8 Prozent. Am besten zahlten Unternehmen der Energiewirtschaft gefolgt von Finanz- und Versicherungsdienstleistern sowie Betrieben der Kommunikationswirtschaft.

Gleichzeitig blieb aufgrund gefallener Mineralöl- und Nahrungsmittelpreise am Monatsende mehr Geld in den Portemonnaies der Hauptstädter. Am stärksten fielen die Preise im Kraftstoff- und Heizölsegment (minus 5,9 Prozent). Im Lebensmittelbereich wurde vor allem das Gemüse billiger (minus 4,5 Prozent).

14,1 Prozent der Berliner sind von Armut gefährdet

Außerdem ging die sogenannte Armutsgefährdungsquote in Berlin leicht - auf 14,1 Prozent - zurück. Als arm gilt, wer als Ein-Personen-Haushalt im Monat weniger als 841 Euro zum Leben verfügt.

Weitere statistische Besonderheiten

Wetter Der 25. Januar 2014 war mit minus 13,6 Grad Celsius der kälteste Tag des Jahres, der 20. Juli mit 34,3 Grad der heißeste Tag. Insgesamt schien die Sonne 1841,5 Stunden. Der meiste Regen fiel im Mai (85 Millimeter je Quadratmeter), die Meteorologen registrierten an 24 Tagen Nebel in der Stadt.

Bevölkerung Die Einwohnerzahl stieg auf 3.469.849 Millionen. Im ersten Quartal des Jahres 2015 zogen weitere 8709 Menschen nach Berlin (ohne Flüchtlinge). Von den jetzt 573.000 Ausländern in der Stadt stammen 416.000 aus Europa, 23.900 aus Afrika, 31.900 aus Nord- und Südamerika und 84.000 aus Asien. Die Zahl der türkischen Staatsangehörigen liegt erstmals seit Jahrzehnten unter 100.000.

Verkehr 132.717 Verkehrsunfälle wurden im Jahr 2014 registriert. Dabei wurden 17.439 Personen verletzt, 52 Menschen starben – 15 mehr als im Jahr davor. Die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge stieg um 3700 auf 1.368.868. Davon waren 85.664 Lastwagen und 102.129 Motorräder.

Kultur 2014 eröffneten zwei Kinos in der Stadt. Es gibt jetzt 268. Sie verzeichneten 9,1 Millionen Zuschauer – jeder Berliner geht damit im Durchschnitt dreimal pro Jahr ins Kino. Die 166 Berliner Museen verzeichneten 16 Millionen Besucher. Die mit Abstand am meisten besuchte Bühne ist der Friedrichstadtpalast (483.000 Besucher), gefolgt von der Deutschen Oper (244.000) und der Komischen Oper (217.000).

Arbeit und Einkommen Der Durchschnittsverdienst der 1,6 Millionen Erwerbstätigen in Berlin betrug 31.413 Euro pro Jahr. Das entspricht rund 5000 Euro mehr als zur Jahrtausendwende. Es besteht eine große Spannbreite zwischen dem produzierenden Gewerbe (45.800 Euro) und der Landwirtschaft (18.300 Euro). 14 Prozent (rund 500.000) der Berliner gelten als armutsgefährdet. In der Stadt leben zudem 736.000 Rentner und Pensionäre, 385.000 Berliner sind arbeitslos.

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