Prozess in Berlin

„Wir wollten nur Blödsinn machen und etwas Krasses erleben.“

Die beiden Männer bauten einen Sprengsatz. Vor Gericht bestritten sie nun einen angeblich geplanten Anschlag auf Israels Botschaft.

Zwei Männer haben nach dem Bau eines Sprengsatzes einen angeblich geplanten Anschlag auf die israelische Botschaft in Berlin vor dem dortigen Landgericht bestritten. „Wir wollten nur Blödsinn machen und etwas Krasses erleben“, erklärte einer der 21-Jährigen am Dienstag zu Prozessbeginn.

Ein Anschlag sei nicht geplant gewesen. Sie hätten den aus Böllern hergestellten Sprengsatz im Wald zünden wollen. Den beiden Verdächtigen wird Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat zur Last gelegt.

Verdächtige sollen in Wedding den Sprengsatz gebaut haben

Laut Anklage sollen sich die Männer in der Zeit von Dezember 2014 bis Juli verbotene Böller beschafft und aus diesen in ihrem Wohnheim im Stadtteil Wedding einen Sprengsatz gebaut haben.

Ein Angeklagter habe in den Monaten zuvor eine radikal-islamistische Gesinnung angenommen. Er sei entschlossen gewesen, „den Sprengsatz für einen Anschlag auf die israelische Botschaft oder eine andere israelische Einrichtung einzusetzen“. Sein Freund habe sich überreden lassen.

„Aus Dummheit und Imponiergehabe"

Der mutmaßliche Initiator erklärte, er sei perspektivlos gewesen, habe Drogen genommen und sei „fixen Ideen gefolgt“. Er habe sich auch mit dem Islamischen Staat (IS) befasst. „Mir wurde schnell bewusst, dass es sich um eine verbrecherische Organisation handelt.“

Niemals sei er bereit gewesen, für diese eine Straftat zu begehen. Es könne aber sein, dass er „aus Dummheit und Imponiergehabe darüber schwadronierte, etwas in die Luft zu sprengen“.

Seit fünf Monaten in Untersuchungshaft

Der zweite Angeklagte sagte, für den Bau des Sprengsatzes seien 14 sogenannte Polen-Böller sowie Schreckschuss-Patronen geöffnet worden. Sie hätten ihn nicht gegen Menschen einsetzen wollen. „Es ging um den Moment des Knalls.“

Die beiden 21-Jährigen, die aus palästinensischen Familien stammen, befinden sich seit fünf Monaten in Untersuchungshaft. Der Prozess vor einer Jugendstrafkammer des Landgerichts wird am 18. Dezember fortgesetzt.