Berlin-Friedrichshagen

Bürger fordern barrierefreie Sanierung des Spreetunnels

Am Müggelsee wird der alte Spreetunnel saniert. Für Rollstuhlfahrer bleibt er unpassierbar. Bürger fordern Barrierefreiheit.

Beschmiert: Noch sieht der Spreetunnel so aus. Bald wird er saniert

Beschmiert: Noch sieht der Spreetunnel so aus. Bald wird er saniert

Foto: Steffen Pletl

Der 1926/27 gebaute Spreetunnel in Berlin-Friedrichshagen wird saniert. Bis April 2016 soll das denkmalgeschützte Bauwerk, der erste in Deutschland mit Eisenbeton gebaute Tunnel, wieder auf Vordermann gebracht werden. Für dieses Vorhaben hat der Senat 600.000 Euro veranschlagt.

Neben der Beseitigung der Farbschmierereien soll auch die auf jeder Seite des Tunnels angebrachte Treppenanlage modernisiert werden. Demnach werden künftig die Treppenabsätze mit einem Handlauf ausgestattet.

Sie sollen den Besuchern beim Auf- und Abstieg in den mehr als vier Meter unter der Wasserlinie verlaufenden Tunnel mehr Sicherheit bieten. Zudem werden für Sehbehinderte und Blinde die Stufen am Beginn und Ende eines jeden Treppenabsatzes mit Rippenplatten ausgestattet.

Behindertengerechte Sanierung sei nicht möglich

Immerhin 20 Meter geht es vom Ufer aus hinunter in den 120 Meter langen Tunnel. Doch eine behindertengerechte Sanierung durch Einbau eines Schrägaufzuges für Rollstuhlfahrer, der auch für Familien mit Kinderwagen oder Gehbehinderte mit einem Rollator nützlich wäre, ist nicht möglich. Das hat der Senat auf Anfrage des Abgeordneten Tom Schreiber (SPD) zu Protokoll gegeben.

In Anbetracht dieser Tatsache hatte sich die Bürgerinitiative Friedrichshagen mit einem Vorschlag zur Einrichtung einer saisonalen Fährverbindung an die Öffentlichkeit gewandt.

"Dieses Vorhaben fand nicht nur bei den Bezirksverordneten Zustimmung sondern auch bei vielen Anwohnern und Besuchern des Naherholungsgebietes rund um den Müggelsee", sagt Sigrid Strachwitz vom Bürgerverein.

Fährverbindung als Alternative zum Tunnel

Doch der zuständige Senator für Stadtentwicklung sieht bislang keinen Handlungsbedarf. Im August teilte er den Friedrichshagenern mit, dass eine Fährverbindung nicht finanzierbar sei.

Dem widerspricht die Bürgerinitiative und hat sich im November erneut an den Senator gerichtet, in der Hoffnung, gemeinsam mit der zuständigen Senatsverwaltung den Sachverhalt vor Ort klären zu können. Denn nicht nur die demografische Entwicklung des Bezirkes Köpenick würde eine derartige Fährverbindung rechtfertigen.

"Der Anspruch von gehbehinderten Menschen wie auch Familien mit Kleinkindern sowie Radfahrern auf einen barrierefreien Zugang in das Erholungsgebiet Müggelpark sollte letztlich für eine derartige Fährverbindung sprechen", so Sigrid Strachwitz.