Berlin

Sport oder nicht? Das sagen Fans von „League of Legends“

E-Sport hat auch in Europa immer mehr Anhänger

Als Ende Oktober in Berlin das Finale um den WM-Titel im populären Computerspiel League of Legends anstand, stürmten mehr als 10.000 Menschen aus aller Welt Richtung Mercedes-Benz Arena. Wer keine Reise antreten konnte, verfolgte das Duell der beiden Finalisten über das Internet im Livestream. Die Berliner Schülerin Annika-Maria spielt League of Legends schon seit drei Jahren und erzählt, wie viel Spaß es ihr gemacht hat, den Profispielern zuzusehen.

E-Sport liegt im Trend, doch was ist das eigentlich? Die Rede ist von elektronischem Sport, der an Computern oder Spielkonsolen stattfindet. Ein gutes Beispiel dafür sind die beliebten Spiele Dota 2, Counter-Strike und eben League of Legends. Natürlich gibt es noch mehr Spiele, aber bei diesen handelt es sich um die bekanntesten und – an den Zuschauerzahlen gemessen – beliebtesten. Menschen, die Videospiele zu ihrem Beruf gemacht haben und an Wettkämpfen teilnehmen, nennt man E-Sportler.

Wichtig für die Spieler ist die Hand-Augen-Koordination, die Reaktionsgeschwindigkeit und auch Durchhaltevermögen. Falls jemand während eines Wettkampfes betrügen sollte, bezeichnet man das als „Cheating“. Beim „Cheaten“ werden zum Beispiel versteckte Befehle der Spielentwickler oder zusätzliche Programme benutzt, um sich einen Vorteil zu verschaffen. „Cheaten“ ist selbstverständlich streng verboten, weshalb die Entwickler der Spiele an Mitteln arbeiten, um es zu verhindern. „Cheating hat im E-Sport genauso wenig verloren wie Doping bei Großveranstaltungen wie den Olympischen Spielen, da es sich um einen kompetitiven Sport handelt, bei dem der faire Wettkampf an oberster Stelle steht“, meint Annika-Maria. Wie Fußballer haben auch professionelle E-Sportler Trainingslager.

Diese Orte werden auch Bootcamp genannt, wo zum Beispiel Taktiken für den bevorstehenden Wettkampf mit einem Mannschaftskapitän besprochen werden. Seinen Ursprung nahm das Phänomen E-Sport übrigens in Südkorea und viele der besten Profispieler kommen bis heute aus diesem Land, wo der E-Sport einen ganz anderen Stellenwert in der Gesellschaft hat als in Europa. Doch gibt es mittlerweile auch professionelle Spieler aus ganz Europa, anderen Teilen Asiens und Nordamerika. Dennoch wird E-Sport nur in wenigen Ländern, etwa in den USA, China, Brasilien und Frankreich, als offizielle Sportart anerkannt. Der Deutsche Olympische Sportbund stuft den E-Sport bis dato nicht als Sportart ein, da er einen Mangel an motorischer Aktivität sieht, der für den Sport notwendig sei.

Annika-Maria Schmidt und Michelle Ludewig, Jahrgang 8, Lilienthal-Gymnasium, Lichterfelde