Humboldt-Forum

Auch am Berliner Stadtschloss gab es Planungsprobleme

Bei Problemen mit der Gebäudetechnik läuten seit dem BER-Debakel alle Alarmglocken. Auch am Schloss musste umgeplant werden.

Die Schlossbaustelle im November 2015

Die Schlossbaustelle im November 2015

Foto: Reto Klar

Beim Bau des Berliner Stadtschlosses ist es zu Mängeln bei der Planung der Gebäudetechnik gekommen. Die Fehler der Ingenieure haben Kosten von 6,6 Millionen Euro verursacht. Das geht aus dem Bericht des Bundesbauministeriums an den Bundestag zum Fortgang des Baus des Humboldt-Forums in Berlin Mitte hervor.

Die Zusatzkosten sind aus der Risikovorsorge finanziert worden. Nach Angaben des Ministeriums sind aber weder der Zeitplan bis zur geplanten Eröffnung 2019 noch der Kostenrahmen für das Gesamtprojekt gefährdet. Zuletzt hatte der Haushaltsausschuss des Bundestages fünf Millionen Euro zusätzlich bewilligt, um ein Dachrestaurant auf dem Gebäude zu planen. Insgesamt soll der größte Kulturbau Deutschlands nun 595 Millionen Euro kosten.

Ausschreibungen laufen

Wegen der Fehlplanung für die Gebäudetechnik kann das bereitstehende Geld nicht wie geplant ausgegeben werden. Statt 128 Millionen können 2016 nur 91,2 Millionen Euro verbaut werden. Die Restsumme wird in die folgenden Jahre übertragen. Bernhard Wolter, Sprecher der Stiftung Berliner Schloss Humboldtforum, sagte, es gebe oft bei großen Bauvorhaben solche Schwierigkeiten. „Aber wir sind mit der Planung über den Berg. Die Ausschreibungen für die Arbeiten laufen“. Die bisher vorhandenen Pufferzeiten seien aber zum Teil aufgebraucht.

Mehr Spenden für die Fassade

Positiv hat sich das Spendenaufkommen für die barocke Fassade entwickelt. Bis November waren bei der Stiftung 27,9 Millionen Euro für die Fassade eingegangen, das waren 14,2 Millionen mehr als vor einem Jahr. Hinzu kommen 13,2 Millionen für zusätzliche bauliche Optionen wie das Eckrondell. Mit insgesamt 41,2 Millionen Euro Spendengeldern hat die Stiftung jetzt gut die Hälfte der zugesagten 80 Millionen Euro zusammen. Das Bauministerium warnt, dass es womöglich zu einer „Unterdeckung der Gesamtfinanzierung“ kommen könnte, falls die im Gesamtbudget vorgesehenen Spenden ausbleiben. Für 2016 sei die Finanzierung aber gesichert.