Volksentscheid

Berliner Fahrradfahrer wollen bessere Bedingungen

Mit einem 10-Punkte-Plan will eine Initiative den Senat per Volksentscheid dazu zwingen, Berlin für Radfahrer sicherer zu machen.

Berliner Radfahrer wollen den Senat dazu zwingen, die Bedingungen für Radfahrer deutlich zu verbessern. Dies soll mit einem Volksentscheid geschehen, der zehn Ziele umfasst, unter anderem sicherere Fahrradstraßen.

Am Freitag geht deshalb die Seite volksentscheid-fahrrad.de online. Dort listen die Organisatoren zehn Punkte auf, mit denen das Radfahren in Berlin verbessert werden soll.

Die 10-Punkte-Plan der Initiative im Wortlaut

  1. Sichere Fahrrad-Straßen auch für Kinder und Senioren: Zusätzliche 200 km echte Fahrradstraßen mit fünf Metern Breite und mit Vorfahrt für das Fahrrad

  2. Jede Hauptstraße mit sicheren Radspuren: Mindestens zwei Meter breite, asphaltierte Radwege oder -spuren an oder auf allen Hauptstraßen mit sicherem Abstand zu parkenden Autos

  3. Kreuzungen entschärfen und abgasfreie Ampelaufstellzonen markieren: Bis 2020 werden die 50 gefährlichsten Kreuzungen des Online-Verfahrens 2013 nach Best-Practice-Standards verbessert, an 200 Kreuzungen Radfurten sowie an weiteren 200 Ampelanlagen Radaufstellzonen rot markiert

  4. Radkomfort und -sicherheit per Bürgerdialog steigern: Onlinebeteiligung, Tracking oder sonstige Feedbacktools zu Kleinlücken, Ärgernissen, Baumwurzeln etc. nutzen, um 1.000 zu identifizierende Sofortmaßnahmen bis zu 5000 Euro Aufwand bis 2020 zu beseitigen

  5. Fahrräder parken können: 200.000 schlaue Radstellplätze bis 2020, die Hälfte an Haltestellen von U-, S- und Regional-Bahn, die andere Hälfte in den Geschäfts- und Wohngebieten

  6. Grüne Welle fürs Radfahren: Grüne Welle bei Tempo 20 an mindestens 50 Straßenabschnitten über mindestens drei Kreuzungen hintereinander bis 2020

  7. Radschnellwege konkret: 100 km Radschnellwege in Senatsverantwortung bis 2025 eingeweiht, damit mehr Pendler aufs Rad umsteigen mögen

  8. Freie Wege und mehr Verkehrsmoral für Alle: Je Polizei-Direktion eine Fahrrad-Staffel mit 20 zusätzliche Stellen bis 2018 einrichten, die Sicherheitsverstöße von und gegen Radfahrer und Fußgänger ahnden, Rad-Diebstähle besser aufklären, Tempolimits durchsetzen, dem Zuparken ein Ende setzen und die Schwächsten schützen

  9. Berliner Verwaltungen für mehr Radverkehr aufstocken: Ausreichend Planer- und sonstige Fachstellen einrichten, Zuständigkeiten schärfen, quartalsweise Ziele-Fortschritt öffentlich berichten (Gesamtzahl der Stellen richtet sich nach dem Gesamtbudget dieser Maßnahmen)

  10. Berlin mit mehr Öffentlichkeitsarbeit auf mehr Radverkehr vorbereiten: Ein Jahresbudget von mindestens 2,5 Mio. € für Fahrrad-PR, mit den Zielen, die Vorteile des Fahrradfahrens zu bewerben, den Anteil des Radverkehrs weiter zu steigern und alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer für den steigenden Radverkehr zu sensibilisieren.

Bernd Zanke vom Landesvorstand des größten Fahrradclubs ADFC sagte der Berliner Morgenpost, dass der Vorstand erst noch darüber beraten muss, ob und wie der Club den Volksentscheid unterstützen wird. Eine erste Beratung sollte bereits am Donnerstagabend stattfinden.