Architektur

„Cube“-Bau zwischen Kanzleramt und Hauptbahnhof beginnt

Das „Cube“ ist ein Prestige-Bau, der auf dem Washingtonplatz entstehen soll. Nun geht es los - wenn es auch noch keine Mieter gibt.

Für das kubusförmige Gebäude wurde bereits 2007 ein Architekturwettbewerb durchgeführt. Dann veschwand das Projekt in den Schubladen

Für das kubusförmige Gebäude wurde bereits 2007 ein Architekturwettbewerb durchgeführt. Dann veschwand das Projekt in den Schubladen

Foto: Schuette, Guido / BM

Das rasante Bevölkerungswachstum Berlins und die gute wirtschaftliche Entwicklung der Stadt führen nicht nur dazu, dass sich allerorten die Kräne für den Bau neuer Wohnhäuser drehen. Auch längst in Vergessenheit geratene Prestige-Bauten, die sich jahrelang mangels Nachfrage nicht realisieren ließen, bekommen nun wieder eine Chance.

Bestes Beispiel für diesen Trend ist das „Cube“ genannte Bauvorhaben auf dem Washingtonplatz, zwischen Hauptbahnhof und Bundeskanzleramt. Für das kubusförmige Gebäude mit einer Kantenlänge von 42,5 Metern wurde bereits 2007 ein Architekturwettbewerb durchgeführt, einziehen wollte der ehemalige Bahnchef Hartmut Mehdorn. Doch der überlegte es sich schließlich anders – und das Projekt verschwand in den Schubladen.

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„2016 werden wir den Bauantrag vorbereiten. Die Genehmigung zur Erstellung der Baugrube haben wir bereits“, sagte Guido Schütte, Leiter des Berliner Büros des Immobilienunternehmen CA Immo. Man habe bereits das dänische Architekturbüro 3XN mit der Überarbeitung seines damaligen Siegerentwurfs aufgefordert.

„Es bleibt auch bei der Kubatur des Gebäudes“

Die Dänen hatten für das Gebäude, das der Kanzlerin bald den Blick auf den Hauptbahnhof verstellen dürfte, ursprünglich eine rautenförmig gegliederte gläserne Fassade vorgesehen, die durch die Lichtbrechung wie ein funkelnder Diamant wirken sollte. „Es bleibt auch bei der Kubatur des Gebäudes“, sagte Schütte.

Allerdings werde die Fassade sich ändern, denn es habe sich gezeigt, dass Loggien und Balkone nicht nur bei Wohnungsmietern, sondern auch bei Büronutzern einen hohen Stellenwert hätten. „Auch Büromitarbeiter wollen gerne mal vom Schreibtisch aufstehen und frische Luft schnappen“, so der Niederlassungsleiter.

Deshalb soll der Diamant nun so geschliffen werden, dass auf allen vier Seiten des Gebäudes durch Vor- und Rücksprünge in der Fassade Balkone untergebracht werden können. „Der Entwurf ist aber noch in der Bearbeitungsphase“, betonte Schütte.

Anfang kommenden Jahres wolle man den Entwurf im Baukollegium, dem architektonischen Beratungsgremium der Senatsbaudirektorin Regula Lüscher, präsentieren und zur Diskussion stellen.

Wer einziehen will, muss einen hohen Preis zahlen

Die CA Immo ist entschlossen, mit dem Bau des Gebäudes 2016 zu beginnen – und zwar unabhängig davon, ob bis dahin ein Mietvertrag unterzeichnet wurde. „Wir sind in guten Gesprächen mit drei Interessenten“, sagte Schütte.

Rund 600 Mitarbeiter haben in dem Kubus Platz. Bei allen drei Interessenten handele es sich um bereits in Berlin ansässige Unternehmen, die ihre verschiedenen Standorte zu einer Einheit zusammenlegen wollen, ergänzte Schütte.

Die exklusive Lage des neuen Bürogebäudes wird sich indes auch im Mietpreis niederschlagen. Um die 26 Euro pro Quadratmeter soll zahlen, wer in eines der zwölf Stockwerke ziehen will.

Kein Wunder: Schon vor acht Jahren wurden die Baukosten für das Prestigevorhaben mit einem „hohen zweistelligen Millionenbetrag“ beziffert. Da die Baupreise inzwischen deutlich angezogen haben, wird es auf jeden Fall nicht günstiger zu haben sein.