Energieversorger

Berlinern wird seltener Strom und Gas abgedreht

Wird nicht bezahlt, kann der Energieversorger die Leitungen abdrehen. In Berlin passiert das aber nicht mehr so häufig wie früher.

Bis Jahresende gibt es in Berlin etwa 15.000 sogenannte Stromsperren

Bis Jahresende gibt es in Berlin etwa 15.000 sogenannte Stromsperren

Foto: Patrick Pleul / dpa

Den Berlinern ist in diesem Jahr seltener der Strom abgestellt worden, weil sie ihre Rechnung nicht bezahlt hatten. Der Netzbetreiber Stromnetz Berlin rechnet bis Jahresende mit etwa 15.000 sogenannten Stromsperren in der Hauptstadt. Im vergangenen Jahr waren es rund 16.000, wie Sprecher Olaf Weidner sagte.

Beim wichtigen Heizträger Gas gab es vom Januar bis Oktober 1924 Unterbrechungen für säumige Kunden. Das waren laut Gasag mit einem Rückgang um drei Fälle etwa genauso viele wie im Vorjahreszeitraum.

Beim Strom setze sich die Entwicklung der vergangenen Jahre fort, sagte Weidner. Bereits von 2013 auf 2014 war die Zahl der Abstellungen um mehr als 1000 gesunken. Damals waren auch noch deutlich mehr Gashähne zugedreht worden.

Bundesweit so viele Leitungen gesperrt wie noch nie

Bundesweit dagegen geht der Trend in die andere Richtung: Im vergangenen Jahr klemmten die Energieversorger so oft die Leitungen ab wie noch nie. Wie aus einem aktuellen Bericht von Bundesnetzagentur und Bundeskartellamt hervorgeht, gab es fast 352.000 Stromsperren. Ihre Zahl steigt seit Jahren.

Rund 90 Prozent der Berliner Kunden, bei denen der Strom abgestellt werde, würden „innerhalb kurzer Zeit“ wieder versorgt, weil sie etwa die Rechnung doch noch zahlten, betonte Weidner.

Stromnetz Berlin ordnet die Sperrungen nicht selbst an, sondern führt sie im Auftrag der Stromanbieter aus. Diese dürfen das anordnen, wenn Kunden mit mindestens 100 Euro im Rückstand sind. Zudem müssen die Versorger die Sperrung vier Wochen vorher schriftlich androhen und drei Werktage zuvor zusätzlich ankündigen.

Verbraucherschützer raten, mit dem Versorger Ratenzahlungen oder Fristverlängerungen zu vereinbaren, wenn die Nachforderung nicht gezahlt werden kann. Wer sich zahlungsbereit zeige, könne die Sperrung oft noch verhindern.