BVG

Neue Probleme: E-Busse müssen wieder in der Werkstatt

Neue Technik hat ihre Tücken. Das muss auch die BVG beim Test ihrer neuen Elektrobusse erleben. Schon wieder fallen zwei Busse aus.

Seit August testet

Seit August testet

Foto: imago/Jürgen Heinrich

Die neuen Elektrobusse haben den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) bislang kein Glück gebracht. Die besonders umweltfreundlichen, weil abgasfreien Fahrzeuge stehen mehr als sie fahren. Ausgerechnet zu Beginn der Welt-Klimakonferenz in Paris sind erneut zwei der vier E-Busse in Berlin ausgefallen. Der eine durfte nach einer Fehleranzeige nicht mehr weiterfahren und musste am Montagabend von der Endstation am Bahnhof Südkreuz in die Werkstatt abgeschleppt werden. Beim zweiten Fahrzeug hatte sich ein Stecker gelockert, er musste gleichfalls außerplanmäßig zum Boxenstopp. Auch am Mittwoch blieben beide Busse im Depot in Weißensee. Es werde noch auf ein Ersatzteil gewartet, hieß es.

Noch keine zwei Wochen durchgängig gefahren

Seit Beginn des Praxistests am 31. August sind die Busse zum Stückpreis von 700.000 Euro „noch keine zwei Wochen durchgängig gefahren“, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz. Wann alle vier Busse vom Typ Solaris Urbino 12 electric wieder einsatzfähig sind, könne sie noch nicht sagen. Dies liege in der Verantwortung der Hersteller.

Namhafte Hersteller beteiligen sich

Der Bus selbst wurde vom polnischen Unternehmen Solaris gebaut, das elektrische Antriebssystem stammt von Vossloh-Kiepe. Das Besondere ist die innovative Ladetechnik „Primove“ vom deutsch-kanadischen Unternehmen Bombardier: Die Batterien, die den Strom für die E-Motoren des Busses liefern, können – nach dem Prinzip der elektrischen Zahnbürste – kabel- und berührungslos geladen werden.

Zuletzt standen alle vier E-Busse wochenlang still, weil beim Laden der Batterien erhebliche Probleme aufgetreten waren. Lange Zeit war unklar, was die Fehlerursache war. Vor einer Woche konnte die BVG den E-Bus-Betrieb auf der Linie 204 zwischen den Bahnhöfen Südkreuz und Zoologischer Garten wieder aufnehmen. Gemeinschaftlich sei von allen Projektpartnern eine Lösung für die Technik-Probleme gefunden worden, hieß es damals.

Bund fördert das Projekt mit 4,1 Millionen Euro

Die Erprobung der E-Busse wird vom Bund im Rahmen des „Schaufensters Elektromobilität“ mit 4,1 Millionen Euro gefördert. Der Senat fordert, dass die BVG ab 2020 nur noch Busse kauft, die keine klimaschädlichen Emissionen mehr erzeugen.