„Schlamm, Regen, Sturm“

Claudia Roth greift Michael Müller wegen Lageso-Zuständen an

Die Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen) steht  mit wartenden Flüchtlingen vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) in Berlin

Die Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen) steht mit wartenden Flüchtlingen vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) in Berlin

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Roth findet die Lage am Lageso schockierend. In Bayern habe sie keine „auch nur im Entferntesten vergleichbaren Zustände gesehen“.

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) hat Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) in einem Brief heftig wegen dessen Flüchtlingspolitik kritisiert. Ein Besuch beim Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) am Montag habe Roth schockiert. Seit Monaten müssten Menschen stunden- und tagelang in Warteschlangen ausharren, zum Teil in Schlamm, Regen und Sturm oder dicht gedrängt in Zelten, „ohne Garantie, dass sich dieser Leidensweg für sie lohnt und sie es schaffen werden, bis zum einem Sachbearbeiter vorzudringen“, schrieb Roth.

An bayerischen Flüchtlingsstellen habe sie „nicht einmal zu Hauptstoßzeiten auch nur im Entferntesten vergleichbare Zustände gesehen“, schrieb sie an Müller. Über den Brief hatte zuerst „Spiegel-Online“ (Mittwoch) berichtet.

„Koordinierte Verantwortungslosigkeit, Demütigung und Entwürdigung“

„Ich empfinde das wie eine koordinierte Verantwortungslosigkeit, Demütigung und Entwürdigung, was hier in Berlin stattfindet“, kritisierte Roth weiter. Sie appellierte an Müller: „Beenden Sie diese unmenschliche und unwürdige Situation für die Menschen am Berliner Lageso und sorgen Sie dafür, dass all diese Menschen zeitnah ihre Papiere, eine Unterkunft und ihre Geldleistungen erhalten.“ Sonst drohe die Gefahr, dass Deutschland die Flüchtlinge an „Parallelgesellschaften aus Kriminalität und Extremismus“ verliere.

( dpa/seg )