Flüchtlinge

Alle helfen jetzt: Neues Onlineportal von BerlinPartner

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Jürgen Stüber
Senatssprecherin Daniela Augenstein und Andrea Joras, Geschäftsführerin von Partner für Berlin, stellten die neue Seite Alle-helfen-jetzt vor

Senatssprecherin Daniela Augenstein und Andrea Joras, Geschäftsführerin von Partner für Berlin, stellten die neue Seite Alle-helfen-jetzt vor

Foto: Jürgen Stüber / BM

Partner für Berlin schließt mit der Online-Plattform Alle-helfen-jetzt eine Lücke und bringt Hilfsprojekte sowie Unternehmen zusammen.

Mit dem Internetportal „alle-helfen-jetzt.de” wollen die Senatskanzlei und die Wirtschaftsförderung Partner für Berlin die Integration geflüchteter Menschen unterstützen. Die am Mittwoch vorgestellte Online-Plattform vernetzt Hilfsprojekte und Unternehmen.

„In der Berliner Wirtschaft gibt es eine große Hilfsbereitschaft. Viele fragen, was können wir tun. Die neue Internetseite schließt hier eine Lücke“, sagte Senatssprecherin Daniela Augenstein. Projekte können sich auf der Plattform vorstellen und dort Kontakt zu Unternehmen suchen. Sie ist ähnlich aufgebaut wie die Internetseite von Betterplace.org und anderer Fundraisingportale: Der Besucher findet Kurzporträts der Initiativen und die benötigte Spendensumme. „Initiativen beschreiben, was sie machen und wo sie Unterstützung brauchen“, beschreibt Andrea Joras, Geschäftsführerin von Partner für Berlin, die neue Seite.

Programmierkurse für Geflüchtete

Eine der ersten Initiativen des Portals ist „Refugees on Rails“. Mitgründerin Anne Riechert und ihr Team will geflüchteten Menschen Programmierkenntnisse vermitteln. Refugees on Rails hat dazu in den vergangenen drei Monaten 190 private und 700 Firmen-Laptops gesammelt. In wenigen Tagen startet eine erste Testklasse. Im Januar beginnt ein dreimonatiger Kursus. 50 Software-Entwickler unterstützen die Initiative.

Mit von der Partie ist auch der Elektronikkonzern Cisco, ein Netzwerkspezialist aus den USA mit 75.000 Beschäftigten. „Es war für uns ein Glücksfall, Refugees on Rail zu treffen“, sagt Tobias Koeppel, der bei Cisco für nachhaltige und soziale Unternehmensführung verantwortlich ist. Das Unternehmen verfügt über eine Online-Lernplattform für IT-Fachkräfte, die in Deutschland bereits 35.000 Nutzer hat.

Barrierefreie Zertifikate für IT-Spezialisten

„Wir bieten Zertifizierungen außerhalb des Bildungssystems“, sagt er. Geflüchtete müssen nicht auf ihre Anerkennung warten oder bis sie die Sprache gelernt haben. „Wir sind ein globales Unternehmen und denken nicht in Nationen“, sagt Koeppel. Die Plattform unterstützt alle wichtigen Sprachen. Cisco habe hier keine direkte Gewinnabsicht. „Wir haben den Auftrag, dass Menschen das Internet lernen. Davon profitiert Cisco dann indirekt wieder“, sagt Koeppel.

Auch der Schriftsteller Sven Lager wirbt auf dem neuen Portal um Unterstützer für sein Wohn- und Arbeitsprojekt Refugio. 40 Menschen unterschiedlicher Herkunft leben in dem Projekt im Neuköllner Reuterkiez in 33 Zimmern. Sie leben nicht nur zusammen, sondern entwickeln auch Unternehmen. So beschäftigen sie sich unter anderem mit Renovierung.

Mineralölkonzern Total spendet 500.000 Euro

Lager hat den Mineralölkonzern Total als Partner gewonnen. Das Unternehmen unterstützt Geflüchtete mit insgesamt 500.000 Euro. Dessen Kommunikationschef Burkhard Reuss sagt: „Wir kennen viele Regionen, aus denen Flüchtlinge kommen und wollen für sie etwas tun.“ Er will, dass die Menschen ein neues Lebensmodell finden und eine Zukunft haben.