Finanzen in Berlin

Neuer Schuldneratlas: Jeder achte Berliner ist überschuldet

376.184 Berliner gelten laut neuem Schuldneratlas als überschuldet. Besonders viele Schuldner gibt es in Wedding und Neukölln.

Trotz günstiger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen steigt die Zahl der überschuldeten Berliner.

Jeder achte erwachsene Berliner kann seine Zahlungsverpflichtungen auf absehbare Zeit nicht mehr nachkommen. Zu diesem Ergebnis kommt der am Dienstag in Berlin präsentierte Schuldneratlas der Wirtschaftsauskunftei Creditreform. Insgesamt galten 376.184 Personen als überschuldet. Das sind 3829 oder ein Prozent mehr als vor einem Jahr.

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Die Schuldnerquote für Berlin ist trotz des Anstiegs der absoluten Zahlen leicht auf 12,99 Prozent gesunken. Das liegt daran, dass die Einwohnerzahl gestiegen ist. Mit diesem Wert liegt Berlin deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Deutschlandweit ist die Schuldnerquote leicht von 9,90 auf 9,92 Prozent gestiegen.

Wedding, Hellersdorf und Neukölln mit den höchsten Quoten

Die Schuldnerquote ist in acht Bezirken gestiegen. Die höchsten Quoten wurden in Wedding (18,61 Prozent), Hellersdorf (16,37 Prozent) und Neukölln (15,93 Prozent) errechnet. In Spandau wuchs die Quote um 0.36 Prozentpunkte besonders deutlich.

Dem Schuldneratlas zufolge ist jeder sechste Einwohner des Bezirks (16,09 Prozentpunkte) überschuldet. In Weißensee ist die Quote dagegen am deutlichsten (minius 0,37 Prozentpunkte) gesunken, dicht gefolgt von Neukölln (minus 0,34 Punkte) und Wedding (minus 0,31 Punkte). Diese Bezirke weisen allerdings seine besonders hohe Schuldnerdichte auf.

Überschuldung in Friedrichshain geht zurück

Zehlendorf hat mit 7,7 Prozent die niedrigste Schuldnerquote. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Steglitz (9,13 Prozent) und Wilmersdorf (9,21 Prozent).

In Friedrichshain hat sich die Überschuldung in den vergangenen Jahren zurückgebildet: Waren dort im Jahr 2008 noch 14,48 Prozent der Erwachsenen überschuldet, so sind es aktuell nur noch 10,89 Prozent.

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