Gaspistolen

Immer mehr Berliner rüsten sich mit Gaspistolen aus

Gaspistolen und Pfefferspray kann jeder kaufen. Wer sie bei sich tragen will, braucht eine Genehmigung.

Ein Kleiner Waffenschein und Schreckschusspistolen

Ein Kleiner Waffenschein und Schreckschusspistolen

Foto: Jan-Peter Kasper / dpa/dpaweb

Immer mehr Berliner beantragen einen sogenannten Kleinen Waffenschein für das Tragen von Schreckschuss- und Gaspistolen. Die Zahl der ausgestellten Scheine lag in Berlin bis zum 20. November bei 636, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Im ganzen Vorjahr 2014 wurden 488 Scheine ausgestellt.

Der Kauf und Besitz der Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen ist erlaubt. Wer sie in der Öffentlichkeit bei sich tragen will, benötigt aber den Kleinen Waffenschein. Er wurde mit der Änderung des Waffengesetztes 2002 eingeführt.

Der Verband Deutscher Büchsenmacher und Waffenfachhändler (VDB) sieht eine steigende Nachfrage nach derartigen leichten Waffen. „Die Verkäufe gehen in diesem Jahr deutlich nach oben“, sagte der Geschäftsführer des Verbandes, Ingo Meinhard. Genaue Zahlen habe man noch nicht, aber eine telefonische Umfrage bei den Händlern Anfang Oktober habe einen klaren Trend gezeigt.

Gekauft würde neben Schreckschusspistolen besonders Pfefferspray, das gegen angreifende Tiere eingesetzt werden könne, sogenanntes CS-Gas in Spraydosen für Handtaschen und auch Waffen wie Elektroschocker und Armbrüste. Der Verband plane derzeit eine repräsentative Umfrage unter seinen Mitgliedern, die im Januar veröffentlicht werden solle.

Der Kleine Waffenschein kostet 50 Euro und gilt unbefristet. Die Genehmigung erteilt die Polizei. Er berechtigt nicht dazu, Waffen auf öffentlichen Veranstaltungen oder Versammlungen zu tragen. Die persönliche Eignung des Besitzers soll mindestens alle drei Jahre überprüft werden.

Die Berliner beantragen im Vergleich zu anderen Bundesländern aber wenig dieser Waffenscheine. In Brandenburg gab es in diesem Jahr mehr als 6800 Anträge.

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