Verbrannte Schwangere

Laut Gutachter erlitt Maria P. unsägliche Qualen

Benommen durch einen Messerstich lehnte Mara P. laut Gutachter an einem Baum, als sie mit Benzin übergossen und angezündet wurde.

Im Prozess um die bei lebendigen Leibe verbrannte Maria P. hat am Freitag ein Brandsachverständiger sein Gutachten vorgelegt. Der 57-Jährige sprach von „unsäglichen Qualen“, die die hochschwangere 19-Jährige erlitten haben muss. Wegen Mordes angeklagt sind in diesem Prozess zwei 19-jährige Männer, die Maria P. am 22. Januar in dem Waldgebiet Köllnische Heide in Adlershof niedergestochen, mit Benzin übergossen und angezündet haben sollen.

Der Brandsachverständige sagte, dass die junge Frau mit hoher Wahrscheinlichkeit durch den Messerstich in den Leib und Schläge besinnungslos oder zumindest benommen rücklings an einem Baum gesessen habe, als die Täter den Benzinkanister über sie entleerten. Als sie zu brennen begann, war Maria P. dem Gutachten zufolge aufgesprungen und hatte versucht, ihre brennende Jacke auszuziehen. Sie sei dann nach zwei, drei Schritten zusammengebrochen und an dieser Stelle auch gestorben.

Damit widerlegte der Gutachter die Aussage des Angeklagten Daniel M., der angegeben hatte, er habe Maria P. helfen wollen, sei mit ihr auf den Boden gefallen, und in dieser Situation habe der Angeklagte Eren T. über das Mädchen das Benzin gegossen und sie angezündet. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die beiden Angeklagten gemeinschaftlich handelten. Eren T.s Motiv sei gewesen, Maria P. zu töten, weil sie von ihm schwanger war und er dieses Kind auf keinen Fall wollte. Daniel M. habe Eren T. bei dem Mord geholfen.

Rapsong mit grausigem Text im Kleintransporter entdeckt

Am Freitag wurde vor Gericht auch ein Rapsong von einer CD abgespielt. Sie wurde in dem Kleintransporter gefunden, mit dem die beiden Angeklagten Maria P. aus Hohenschönhausen zur Köllnischen Heide gebracht haben sollen. In diesem Song geht es unter anderen um eine Frau, die einem Wald getötet und verbrannt wird. Es spricht vieles dafür, dass die beiden Angeklagten sich vor der geplanten Tat mit dieser Musik aufgeputscht hatten.

Beide Angeklagte waren wenige Stunden nach dem Mord unabhängig voneinander zur Polizei gegangen. Eren T. hatte zu Protokoll gegeben, sein Bekannter Daniel M. sei mit Maria P. in einem Kleintransporter plötzlich weggefahren. Er befürchte, dass Daniel M. der hochschwangeren Freundin etwas angetan haben könnte. Daniel M. sagte damals, dass er gesehen habe, wie Eren T. in der „Köllnischen Heide“ auf die schwangere Maria P. mit einem Messer eingestochen und sie hernach mit Benzin übergossen habe.