Gewalt in Berlin

Mann zum Pflegefall geprügelt - Angeklagter streitet ab

Ein 66-Jähriger ist so schwer verletzt worden, dass er pflegebedürftig wurde. Von massiver Gewalt will der Angeklagte nichts wissen.

Ein 34-Jähriger, der einen 66 Jahre alten Mann im Streit zum Pflegefall geprügelt haben soll, hat vor dem Berliner Landgericht den Vorwurf des versuchten Totschlags zurückgewiesen. Der Mann habe den Vorfall durch verbale Provokationen und einen Tritt ausgelöst, erklärte der Angeklagte am Freitag zu Prozessbeginn. Er habe den Mann mehrfach weggeschubst. Die Anklage geht von massiven Schlägen und Tritten gegen das Opfer aus. Der 66-Jährige sei derart schwer verletzt worden, dass er seitdem pflegebedürftig ist.

Die Männer waren sich im Juli 2014 im Stadtteil Lichtenberg begegnet. Der Angeklagte sagte, er sei mit der Tochter seiner Lebensgefährtin auf dem Heimweg gewesen. Der 66-Jährige sei plötzlich aufgetaucht und habe immer wieder gerufen: „Das ist ja gar nicht deine Tochter.“ Der Bekannte habe ihn dann körperlich attackiert. „Ich schubste ihn mit voller Kraft weg, er fiel hin.“ Der 66-Jährige sei aufgestanden und habe ihn erneut verfolgt. Er könne sich an einen Schlag in das Gesicht des Opfers erinnern, nicht aber an massive Gewalt.

Den Ermittlungen zufolge soll der Angeklagte den Bekannten auch noch geschlagen und getreten haben, als dieser bewusstlos am Boden lag. Der 66-Jährige habe erhebliche Kopfverletzungen erlitten. Der Prozess wird am 30. November fortgesetzt.