Bildung

Zahl der Schulschwänzer geht in Berlin deutlich zurück

1200 Jugendliche fehlten 2014/2015 mehr als 20 Tage unentschuldigt – 400 weniger als zuvor. Senatorin Scheeres lobt den großen Erfolg.

Die Zahl der Dauerschwänzer ist in Berlin im vergangenen Schuljahr deutlich zurückgegangen. Nach Angaben der Senatsbildungsverwaltung gab es in den Klassenstufen sieben bis zehn insgesamt 1278 Schüler, die länger als 20 Tage unentschuldigt in der Schule gefehlt haben. Im Jahr zuvor waren es noch 1608 Schüler gewesen.

Auch insgesamt gab es einen leichten Rückgang der Zahl der unentschuldigten Fehltage in dieser Altersgruppe. Die sogenannte Fehlquote an den Sekundarschulen ist von zwei Prozent im Jahr 2013/14 auf 1,9 Prozent im vergangenen Schuljahr gesunken. An Gymnasien lag sie bei 0,27 Prozent.

Neuer Handlungsplan für Schulen vorgelegt

Besonders bei den ausgeprägten Schulverweigerern sei der Rückgang um fast 400 Schüler ein großer Erfolg, denn diese Schüler würden sonst Gefahr laufen, ohne Schulabschluss die Schule zu verlassen, sagte die Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) am Freitag. Für die Verbesserung machte die Senatorin unter anderem das Bonusprogramm für Schulen in sozialen Brennpunkten verantwortlich.

Durch die zusätzlichen Gelder hätten die Schulen häufig zusätzliche Sozialarbeiter eingestellt, um die Fehlquote zu verringern. Ab diesem Schuljahr sollen erstmals auch die unentschuldigten Fehltage in den fünften und sechsten Klassen an den Grundschulen mit in die Statistik der Verwaltung erinfließen.

„Wir gehen davon aus, dass sich Schuldistanz oft auch schon in diesem Alter bemerkbar macht“, sagte Scheeres. Am Freitag präsentierte sie eine neue Handreichung für Schulen zum Umgang mit Schuldistanz. Darin ist erstmals ein Handlungsplan festgehalten, wie die Pädagogen vorgehen sollen, wenn ein Schüler unentschuldigt fehlt.