Berlin Alexanderplatz

Syrer entkommt IS-Folter - und kocht jetzt für Obdachlose

Das Foto eines Syrers in Berlin verbreitet sich in den sozialen Medien. Hinter dem Bild steckt eine unglaubliche Geschichte.

Vor einem Jahr kam Alex aus Syrien nach Deutschland, um hier Zuflucht vor dem IS-Terror zu finden. Nun revanchiert er sich, indem er jeden Sonnabend für Obdachlose am Alexanderplatz kocht

Vor einem Jahr kam Alex aus Syrien nach Deutschland, um hier Zuflucht vor dem IS-Terror zu finden. Nun revanchiert er sich, indem er jeden Sonnabend für Obdachlose am Alexanderplatz kocht

Foto: Tabea/BM

Ein junger Mann steht unter der S-Bahn-Brücke am Alexanderplatz. Vor ihm ein kleiner, gelber Metallklapptisch. Konzentriert rührt er im Essen, das sich in den beiden Töpfen vor ihm befindet. Auf den ersten Blick ist es ein unauffälliger Schnappschuss, der sich gerade über Facebook und Co. verbreitet. Doch das Foto erzählt die bewegende Geschichte des syrischen Flüchtlings Alex.

"Dieser Mann beeindruckt mich zutiefst! Seine Geschichte ist nicht greifbar für mich und ich kann nicht ansatzweise verstehen, was er erleben musste…“, schreibt Facebook-Nutzerin Tabea, die das Bild aufgenommen hat. Sie hat Alex im Refugio Sharehaus Berlin kennengelernt. Ein Wohnprojekt, bei dem Berliner und Flüchtlinge in einem Gemeinschaftshaus leben.

Give Something Back To The German People

"Alex ist seit einem Jahr da”, erzählt die 22-Jährige der Berliner Morgenpost. Er sei aus Syrien vor dem IS-Terror geflohen, musste seine Familie und sein altes Leben hinter sich lassen. “Er war eine Zeit lang im Krankenhaus wegen seiner Folterverletzungen, die ihm die IS-Leute zugefügt haben. Dann Asyl und jetzt im Refugio-Haus”, erzählt Tabea.

“Alex hat so gut wie nichts, trotzdem spart er das wenige Geld, um jeden Samstag Essen für Obdachlose zu kochen und am Alexanderplatz zu verteilen”, sagt Tabea. “Give Something Back To The German People” nennt Alex sein Projekt. “Ich möchte gerne eine positive Rolle in der deutschen Gesellschaft spielen und den Menschen helfen, die mir auch geholfen haben”, steht auf einem kleinen Zettel, den er an seinem kleinen Essensstand befestigt hat.

Es ist seine Art, sich bei den Deutschen zu bedanken, erzählt Tabea. Er mache es jede Woche, unabhängig davon, ob einer der Gemeinschaftsbewohner ihn begleitet oder nicht: “Er geht trotzdem. Das finde ich das Bewundernswerte.”